Dermatologie » Wundheilung » Chronische Wunden

»

Gentherapie bei Epidermolysis bullosa: Prademagene zamikeracel zeigt Wirksamkeit in Phase-3-Studie

Gentherapie bei Epidermolysis bullosa: Prademagene zamikeracel zeigt Wirksamkeit in Phase-3-Studie

News

Dermatologie

Wundheilung

Chronische Wunden

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Im Rahmen der Phase-3-Studie VIITAL wurde erstmals die Wirksamkeit und Sicherheit von Prademagene zamikeracel (auch bekannt als „PZ“), einer topischen Gentherapie, bei Patient*innen mit rezessiver dystropher Epidermolysis bullosa (RDEB) untersucht. RDEB ist eine seltene, genetisch bedingte Hauterkrankung, die zu extrem schmerzhaften, chronischen Wunden führt und bislang nur symptomatisch behandelt werden kann.

Studiendesign und Ergebnisse
In der multizentrischen, randomisierten und offen durchgeführten Studie erhielten die Teilnehmenden an unterschiedlichen Wunden entweder Prademagene zamikeracel oder eine Kontrollbehandlung. Die Gentherapie besteht aus einem topischen Gel, das ein funktionsfähiges COL7A1-Gen liefert und so die Bildung von Kollagen VII – einem für die Hautstabilität essenziellen Protein – ermöglicht.

Die Ergebnisse zeigen, dass Wunden, die mit Prademagene zamikeracel behandelt wurden, signifikant häufiger innerhalb von 24 Wochen vollständig abheilten als die Kontrollwunden. Auch die Verträglichkeit war insgesamt gut; schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht vermehrt auf.

Bedeutung
Die Studie belegt, dass Prademagene zamikeracel einen echten Fortschritt für Menschen mit RDEB darstellen könnte: Erstmals steht eine ursächliche, genetisch wirksame Therapieoption zur Verfügung, die die Wundheilung beschleunigen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern kann.

Originalpublikation: Prademagene zamikeracel for recessive dystrophic epidermolysis bullosa wounds (VIITAL): a two-centre, randomised, open-label, intrapatient-controlled phase 3 trialTang, Jean Y et al.The Lancet, Volume 406, Issue 10499, 163-173

Bilderquelle: © nobeastsofierce – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person untersucht die Kopfhaut einer anderen Person mit einer Lupe als Symbol fuer diagnostische Abklaerung bei Haarwuchsstoerungen

Wenn Kinderhaare nicht wachsen wollen

Fachartikel

Haare, die kaum wachsen und sich schmerzlos lösen – hinter diesem Bild steckt nicht immer Alopecia areata oder Trichotillomanie. Das Loose-Anagen-Hair-Syndrom (LAHS) betrifft bis zu 10 % der Kinder in Haarsprechstunden und bleibt oft lange unerkannt. Wie die Diagnose gelingt und was Eltern wissen müssen, zeigt dieser praxisnahe Beitrag.

Dermatologie

Haarerkrankungen

Alopecia areata, Weitere Haarerkrankungen

Beitrag lesen
Medizinische Illustration mit entzündlichen Knoten und Laesionen in der Achselhoehle als typisches Bild der Hidradenitis suppurativa

HS: Positive Langzeitdaten, hohe Ansprechraten

Pharmaservice

Neue Langzeitdaten der AAD 2026 belegen: Povorcitinib, ein oraler JAK1-Inhibitor, zeigt bei moderater bis schwerer Hidradenitis Suppurativa beeindruckende Ansprechraten – bis zu 71,4 % erreichten HiSCR50, 29 % sogar vollständige Symptomfreiheit. Als erste orale Therapieoption in dieser Indikation werden Zulassungsanträge bereits bei FDA und EMA geprüft.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Hidradenitis suppurativa

Beitrag lesen
Laechelnde Person mit gepflegtem Bart vor farbigem Hintergrund als Symbolbild fuer Themen rund um Bartwuchs

Förderung des Bartwuchses bei trans Männern

News

Bartwuchs spielt für viele trans Männer eine zentrale Rolle im Transitionsprozess – doch die Testosterontherapie allein reicht oft nicht aus. Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigt: Topisches 3% Minoxidil verbessert Bartdichte und Lebensqualität signifikant. Ein vielversprechender Therapieansatz für eine bislang wenig beachtete Versorgungslücke.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen