Dermatologie » Allgemeine Dermatologie » Prävention und Vorsorge

»

Impfen in der Dermatologie 2025: aktuelle Empfehlungen der Impfkommission

Impfen in der Dermatologie 2025: aktuelle Empfehlungen der Impfkommission

Fachartikel

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Prävention und Vorsorge

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Die aktualisierten Impfempfehlungen der STIKO 2025 berücksichtigen neue Impfstoffe und epidemiologische Entwicklungen, die besonders für dermatologische Patienten unter immunsuppressiver Therapie relevant sind. Schwerpunkte sind Schutzimpfungen gegen COVID-19, Influenza, Pneumokokken, Herpes zoster und RSV sowie Strategien zur Überwindung von Impfskepsis.

Das Thema Impfungen nimmt in der Dermatologie eine zentrale Rolle ein, insbesondere für Patientengruppen unter immunsuppressiver oder immunmodulierender Therapie. Diese erfordern eine regelmäßige Anpassung der Standard- und Indikationsimpfungen, um einen ausreichenden Schutz vor impfpräventablen Erkrankungen sicherzustellen. Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) berücksichtigen dabei sowohl neue epidemiologische Entwicklungen als auch die Verfügbarkeit moderner Impfstoffe.

Wesentliche Neuerungen seit 2020:

  1. COVID-19: Die Verwendung von mRNA- und proteinbasierten Impfstoffen wird bevorzugt. Für immunsupprimierte Personen kann eine erweiterte Impfstrategie einschließlich serologischer Überwachung erforderlich sein.
  2. Influenza: Für Personen ab 60 Jahren wurde ein Hochdosisimpfstoff eingeführt, der eine verbesserte Immunantwort ermöglicht. Dies ist besonders relevant für ältere oder immungeschwächte Personen.
  3. Pneumokokken: Der neue 20-valente Konjugatimpfstoff ersetzt ältere Impfoptionen und bietet eine erweiterte Abdeckung gegen Pneumokokken-Serotypen.
  4. Herpes zoster: Personen mit Immunsuppression oder chronischen Erkrankungen ab 50 Jahren wird ein adjuvantierter Totimpfstoff empfohlen. Für jüngere Erwachsene unter bestimmten Therapien, wie JAK-Inhibitoren, kann eine vorgezogene Impfung sinnvoll sein.
  5. Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV): Neue Impfstoffe bieten Schutz für ältere Personen sowie immunsupprimierte Patienten. Eine passiv-immunisierende Antikörperkombination steht für Neugeborene zur Verfügung.

Patienten mit dermatologischen Erkrankungen, wie Psoriasis, atopischem Ekzem oder Autoimmundermatosen, profitieren von individuell angepassten Impfstrategien. Dies gilt insbesondere im Kontext immunsuppressiver Therapien, die das Risiko für Infektionen erhöhen. Zusätzlich ist die Behandlung von impfpräventablen Erkrankungen wie Herpes zoster oder viralen Exanthemen in dermatologischen Praxen von Bedeutung.

Die Impfakzeptanz bleibt ein kritischer Faktor, insbesondere bei Patienten mit chronischen oder dermatologischen Erkrankungen, die einer intensiven Aufklärung bedürfen. Evidenzbasierte Informationen und klare Kommunikationsstrategien werden als Schlüssel zur Überwindung von Impfskepsis angesehen.

Die fortlaufende Anpassung der Impfempfehlungen stellt eine essentielle Maßnahme dar, um dermatologische Patienten vor impfpräventablen Erkrankungen zu schützen. Dermatologen sollten mit den aktuellen STIKO-Empfehlungen vertraut sein und deren Umsetzung in der Praxis gewährleisten.

Originalpublikation: Stoevesandt J, Schmalzing M, Mohme S, Goebeler M. Impfen in der Dermatologie 2025: Update mit Berücksichtigung aktueller Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. 2025; 23: 925–931

Bilderquelle: © fizkes – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person untersucht die Kopfhaut einer anderen Person mit einer Lupe als Symbol fuer diagnostische Abklaerung bei Haarwuchsstoerungen

Wenn Kinderhaare nicht wachsen wollen

Fachartikel

Haare, die kaum wachsen und sich schmerzlos lösen – hinter diesem Bild steckt nicht immer Alopecia areata oder Trichotillomanie. Das Loose-Anagen-Hair-Syndrom (LAHS) betrifft bis zu 10 % der Kinder in Haarsprechstunden und bleibt oft lange unerkannt. Wie die Diagnose gelingt und was Eltern wissen müssen, zeigt dieser praxisnahe Beitrag.

Dermatologie

Haarerkrankungen

Alopecia areata, Weitere Haarerkrankungen

Beitrag lesen
Medizinische Illustration mit entzündlichen Knoten und Laesionen in der Achselhoehle als typisches Bild der Hidradenitis suppurativa

HS: Positive Langzeitdaten, hohe Ansprechraten

Pharmaservice

Neue Langzeitdaten der AAD 2026 belegen: Povorcitinib, ein oraler JAK1-Inhibitor, zeigt bei moderater bis schwerer Hidradenitis Suppurativa beeindruckende Ansprechraten – bis zu 71,4 % erreichten HiSCR50, 29 % sogar vollständige Symptomfreiheit. Als erste orale Therapieoption in dieser Indikation werden Zulassungsanträge bereits bei FDA und EMA geprüft.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Hidradenitis suppurativa

Beitrag lesen
Laechelnde Person mit gepflegtem Bart vor farbigem Hintergrund als Symbolbild fuer Themen rund um Bartwuchs

Förderung des Bartwuchses bei trans Männern

News

Bartwuchs spielt für viele trans Männer eine zentrale Rolle im Transitionsprozess – doch die Testosterontherapie allein reicht oft nicht aus. Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigt: Topisches 3% Minoxidil verbessert Bartdichte und Lebensqualität signifikant. Ein vielversprechender Therapieansatz für eine bislang wenig beachtete Versorgungslücke.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen