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Ressourcen-Management geht uns alle an 

Ein Arzt hält eine Weltkugel in den Händen, symbolisch für globale Gesundheit.

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mgo medizin Redaktion

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Immer noch besteht eine erhebliche Lücke zwischen individuellen Nachhaltigkeitsbemühungen einzelner Personen, Unternehmen sowie Organisationen und der Integration dieser Praktiken in Politik und gesellschaftlichen Alltag. Dabei können insbesondere die medizinischen Fachbereiche durch ein verbessertes Ressourcen-Management einen entscheidenden Beitrag pro Nachhaltigkeit leisten – ein Beitrag, der sich durch Kostenreduktion mehrfach bezahlt macht. 

Das Zusammenspiel zwischen Umwelt und der Gesundheitsversorgung mit dermatologischem Impact ist vielschichtig: Das fängt bei der Verstärkung allgemeiner gesundheitlicher Probleme an, wenn z. B. bei Allergikern Schadstoffe auf die Hautbarriere und auf Schleimhäute einwirken und es dadurch zu einer Verstärkung allergischer Symptomatiken auf der Haut und/oder in den Atemwegen kommt. Immer problematischer werden auch die negativen Auswirkungen von Klimaveränderungen auf Patienten mit chronischen Erkrankungen z. B. bei atopischer Dermatitis oder Störungen des Herz-Kreislaufsystems. Gleichzeitig wären Einsparungen in niedergelassenen Arztpraxen oder Kliniken bei Wasserverbrauch, Einwegartikel etc. im klinischen Alltag auch ökologisch wertvoll. 

Vor diesem Hintergrund engagiert sich die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AGN) e.V. für eine nachhaltige Transformation des Gesundheitssektors und behält dabei die spezifischen Interessen der Dermatologen besonders im Blick. Seit 2020 erarbeitet die AGN z. B. kontinuierlich Ressourcen optimierende Maßnahmen für den Klinik- und Praxisalltag und bündelt Informationen zu schädlichen Inhaltsstoffen in frei verkäuflichen Externa. 

Darüber hinaus setzt sie sich mit Kunststoffen in Form von Mikro- und Makroplastik auseinander, welche eine wachsende Gesundheitsbedrohung für die Bevölkerung darstellen und zudem die Klimakrise wesentlich verstärken. Die AGN bündelt diese Informationen u. a. in praxisnahen QM-Materialien, die für das eigene Praxismanagement individuell angepasst werden können. 

Deswegen unser Praxistipp: Die QM-Paper der AGN 

Seit 2004 sind niedergelassene Vertragsärzte, medizinische Versorgungszentren und Krankenhäuser gem. § 135a SGB V verpflichtet, ein Qualitätsmanagement einzuführen und aufrechtzuerhalten. Die AGN e.V. möchte vor diesem Hintergrund vorausschauend alle Bereiche der Praxisführung unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit beleuchten. Medizinisch notwendige Vorschriften und Hygienevorschriften, welche im bestehenden QM-System bereits vorhanden sind, sollen in diesem Kontext nicht nur angepasst, sondern nach Möglichkeit und bei Bedarf, ergänzt werden. Die Vorlagen stehen für niedergelassene Dermatologen, Kliniken etc. kostenlos zum Download zur Verfügung und können individuelle auf die jeweilige Praxis hin adaptiert werden. Diese QM-Vorlagen sind nicht verpflichtend für das bestehende QM-Verzeichnis in der Praxis. 

Neues QM-Paper „Ressourcenoptimiert Reisen“ 

Generell gilt: Weltweiter Tourismus erzeugt ca. 8 % der gesamten Treibhausgas- Emissionen, hiervon entfallen ca. 49 % auf den Transport. Urlaubsreisen können andererseits auch zum Schutz von Natur und Biodiversität beitragen und mit einigen Stellschrauben und einfachen Maßnahmen klimafreundlicher gestaltet werden.  

Wie kann konkret am Beispiel der Reisemedizin im Bereich Pharmazie nachhaltiger vorgegangen werden? Bei dieser Thematik steht vor allem die reisemedizinische Vorstellung im Rahmen der Reisevorbereitung im Fokus. Hier können u. a. Notwendigkeit, Auswahl und Entsorgung von Medikamenten der Reiseapotheke und auch umweltrelevante Aspekte des Impfens wie Impfindikationen, Impforganisation und Impfstofflagerung diskutiert werden. 

Beispielmaßnahmen mit Co-Benefits 

Reduktion einzelnen Reisen zugunsten längerer Aufenthalte 

  • Ökologisch: Geringerer CO2-Ausstoß, insbesondere bei Verwendung nachhaltiger Verkehrsmittel (Zug und/oder Fahrrad versus Auto) 
  • Gesundheitlich: Reduktion der Unfallgefahr, intensiveres Reise – erleben durch längere Reisedauer und längeren Aufenthalt an einem Ort 

Reduktion von Reisen in heiße Regionen mit hoher UV-Belastung 

  • Ökologisch: Verringerung von Schadstoffeintrag aus Sonnenschutzmitteln in die lokalen Ökosysteme 
  • Gesundheitlich: Senkung des individuellen Hautkrebsrisikos 

Patienten mit Diabetes: Verzicht auf Zeitzonenveränderung (u. a. dermatologische 
Begleiterscheinungen z. B. durch verschlechterte Wundheilung) 

  • Ökologisch: Keine erforderliche Anpassung der Therapie 
  • Gesundheitlich: Keine Verschiebung von Essenszeiten und Veränderung der Nahrungsmittelzusammensetzung 
Tabelle mit CO2-Vergleich von Reisearten und Zielen, dargestellt nach Verkehrsmitteln und Personenanzahl.
Arbeitsgemeinschaft für Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AND). CL Ressourcenoptimiert Reisen. Version 1.0, 05.02.2025 © AGN e. V.

Weitere QM-Paper 

Der QM-Bereich von AGN. E. V. befindet sich seit dem 30. April 2021 im Aufbau. Die Vorlagen werden regelmäßig dem jeweils aktuellen Stand angepasst werden. Alle hier aufgelisteten QM-Vorlagen unterliegen ausschließlich dem Copyright der AGN und dürfen daher nicht kommerziell verwendet werden. In den folgenden Rubriken stehen bereits adaptierbare QM-Vorlagen zur Verfügung: Abfallwirtschaft, Büro & EDV, Einkauf, Energie, Impfen, Instrumentenaufbereitung, Mobilität, Praxisorganisation, Verordnungen und Sonstiges. 

Redaktion (sma) 

Aktiv werden und spenden! 

Die Arbeitsgemeinschaft Nachhaltigkeit in der Dermatologie wird ausschließlich durch ehrenamtliche Arbeit unterstützt. Mit Ihren Spenden unterstützen Sie aktiv die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen im Gesundheitssektor: https://agderma.de/spenden/ 

Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Nachhaltigkeit in der Dermatologie (AND). CL Ressourcenoptimiert Reisen. Version 1.0, 05.02.2025. 

Bilderquelle: © aini – stock.adobe.com

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