Dermatologie » Tumoren und Präkanzerosen » Malignes Melanom

»

Rückfälle bei Krebs verhindern

Dermatologe untersucht die Haut einer Patientin mit einem Dermatoskop während eines Hautkrebs-Screenings.

Rückfälle bei Krebs verhindern

News

Dermatologie

Tumoren und Präkanzerosen

Malignes Melanom

3 MIN

Erschienen in: DermaForum

Krebsfrei – und dann doch wieder nicht? Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der UDE untersuchen, warum manche Patient:innen trotz einer unterstützenden Immuntherapie nach der Entfernung eines Melanoms, dem „Schwarzen Hautkrebs“, einen Rückfall erleiden. Damit die Therapien wirksamer werden, möchte das Team um Prof. Dr. Florian Rambow und Dr. Georg Lodde herausfinden, wie sich der Krebs gegen die Behandlung wehrt und welche Mechanismen dahinterstecken. Die Deutsche Krebshilfe fördert ihr im März 2025 gestartetes Vorhaben über zwei Jahre mit 530.000 Euro.

Die Forschenden aus Essen vermuten, dass das Risiko für eine Rückkehr des Melanoms, Rezidiv genannt, mit dem histologischen und molekularen Umfeld des Primärtumors (Tumor-Mirkomilieu) zusammenhängt. „In einer Studie konnten wir zeigen, dass Betroffene trotz unterstützender Immuntherapie deutlich früher Rezidive entwickelten als in klinischen Studien berichtet“, sagt Dr. Georg Lodde, der an der Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) arbeitet. Bei der Studie wurde eine große Gruppe von Patient:innen mit Melanomerkrankung an Hauttumorzentren bundesweit über einen Beobachtungszeitraum von mehr als 4 Jahren verfolgt.

Um die Hypothese zu prüfen, führt das Forschungsteam hochauflösende Einzelzellanalysen an einer weltweit einzigartigen Gruppe von Patient:innen durch. Mit Hilfe der hochauflösenden Einzelzellanalysen kann das Tumor-Mikromilieu auf zellulärer Ebene untersucht werden. Die Untersuchungen finden an unbehandeltem, also therapienaivem, Gewebe von Primärtumoren und Metastasen (Tochtergeschwülsten) statt. Die Kombination aus klinischen Daten mit langem Beobachtungszeitraum sowie zugrundeliegendem Tumorgewebe macht diese Kohorte weltweit einzigartig. „Mit Hilfe des Datensatzes bestehend aus klinischen Daten und dem gesammelten Tumorgewebe können wir eine ausgewogene Gruppe von Patient:innen mit und ohne Rezidiv trotz ergänzender Therapie erstellen und detailliert untersuchen“, erläutert Prof. Dr. Florian Rambow vom Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin des UK Essen.

Neben der Einzelzellmethode sind Analysen geplant, mit denen besser verstanden werden kann, wie Krebszellen in ihrem unmittelbaren Umfeld funktionieren sowie kommunizieren und wo sie sich dabei genau befinden. Das Ziel: neue Angriffspunkte für Medikamente zu identifizieren, die die Resistenz gegenüber der unterstützenden Immuntherapie mit sogenannten PD-1-Inhibitoren überwinden könnten. PD-1-Inhibitoren sind eine Art von Medikamenten, die das Immunsystem dabei unterstützen, Krebszellen besser zu erkennen und zu bekämpfen. Sie blockieren einen Schutzmechanismus der Krebszellen, der das Immunsystem daran hindert, diese anzugreifen.

„Unsere Forschung kann langfristig dazu beitragen, die Therapie gegen ein Melanom effektiver werden zu lassen und die Erfolgschancen für Betroffene zu erhöhen“, betonen Prof. Dr. Rambow und Dr. Lodde.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Duisburg Essen

Bilderquelle: © LIGHTFIELD STUDIOS – adobe.stock.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Person untersucht die Kopfhaut einer anderen Person mit einer Lupe als Symbol fuer diagnostische Abklaerung bei Haarwuchsstoerungen

Wenn Kinderhaare nicht wachsen wollen

Fachartikel

Haare, die kaum wachsen und sich schmerzlos lösen – hinter diesem Bild steckt nicht immer Alopecia areata oder Trichotillomanie. Das Loose-Anagen-Hair-Syndrom (LAHS) betrifft bis zu 10 % der Kinder in Haarsprechstunden und bleibt oft lange unerkannt. Wie die Diagnose gelingt und was Eltern wissen müssen, zeigt dieser praxisnahe Beitrag.

Dermatologie

Haarerkrankungen

Alopecia areata, Weitere Haarerkrankungen

Beitrag lesen
Medizinische Illustration mit entzündlichen Knoten und Laesionen in der Achselhoehle als typisches Bild der Hidradenitis suppurativa

HS: Positive Langzeitdaten, hohe Ansprechraten

Pharmaservice

Neue Langzeitdaten der AAD 2026 belegen: Povorcitinib, ein oraler JAK1-Inhibitor, zeigt bei moderater bis schwerer Hidradenitis Suppurativa beeindruckende Ansprechraten – bis zu 71,4 % erreichten HiSCR50, 29 % sogar vollständige Symptomfreiheit. Als erste orale Therapieoption in dieser Indikation werden Zulassungsanträge bereits bei FDA und EMA geprüft.

Dermatologie

Entzündliche Dermatosen

Hidradenitis suppurativa

Beitrag lesen
Laechelnde Person mit gepflegtem Bart vor farbigem Hintergrund als Symbolbild fuer Themen rund um Bartwuchs

Förderung des Bartwuchses bei trans Männern

News

Bartwuchs spielt für viele trans Männer eine zentrale Rolle im Transitionsprozess – doch die Testosterontherapie allein reicht oft nicht aus. Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigt: Topisches 3% Minoxidil verbessert Bartdichte und Lebensqualität signifikant. Ein vielversprechender Therapieansatz für eine bislang wenig beachtete Versorgungslücke.

Dermatologie

Allgemeine Dermatologie

Versorgung, Forschung und Leitlinien

Beitrag lesen