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9 von 10 wollen Reformen: Was die Bevölkerung vom Gesundheitssystem erwartet

9 von 10 wollen Reformen: Was die Bevölkerung vom Gesundheitssystem erwartet

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: diabetes heute

Neun von zehn Personen halten grundlegende Reformen im deutschen Gesundheitssystem für notwendig – das zeigt eine repräsentative Umfrage von Bertelsmann Stiftung und Bosch Health Campus. Die Bereitschaft zur Veränderung ist hoch, auch bei für Behandelnde relevanten Themen wie Aufgabenteilung und ambulanter Versorgung.

Gesundheitspolitische Debatten kreisen oft um Sparmaßnahmen – doch die strukturelle Frage, wie das System langfristig fit für eine alternde Gesellschaft bleibt, tritt dabei häufig in den Hintergrund. Eine neue Umfrage von Bertelsmann Stiftung und Bosch Health Campus unter dem Dach des Health Transformation Hub gibt nun Aufschluss darüber, was die Bevölkerung selbst erwartet und für welche Veränderungen sie offen ist.

Hohe Reformbereitschaft – über alle Altersgruppen und Parteigrenzen

Die repräsentative Telefonbefragung (n = 2.301 Personen ab 18 Jahren, Februar–März 2026) zeigt: 90 Prozent der Befragten halten grundlegende Reformen für sehr oder eher notwendig. Bemerkenswert: Diese Zustimmung ist weitgehend unabhängig von Alter oder politischer Überzeugung. Jüngere Befragte bewerten digitale Lösungen erwartungsgemäß positiver als ältere – die grundlegende Reformbereitschaft bleibt aber über alle Gruppen stabil.

Ambulant vor stationär, Hausarzt vor Facharzt

Für Behandelnde relevant sind folgende Einzelergebnisse:

  • 71 Prozent befürworten das Prinzip „Hausarzt vor Facharzt”
  • 63 Prozent sprechen sich für ambulante vor stationären Operationen aus, wenn medizinisch vertretbar
  • 79 Prozent begrüßen mobile Sprechstunden in kleineren Gemeinden
  • 77 Prozent unterstützen Vorsorgemaßnahmen in Alltagseinrichtungen
  • Eine Mehrheit würde Gesundheitszentren auch bei längeren Anfahrtswegen akzeptieren

Aufgabenteilung und Digitalisierung: differenziertes Bild

Die Befragten zeigen sich offen gegenüber einer erweiterten Aufgabenteilung im Praxisalltag: 61 Prozent geben an, es spiele keine Rolle, wer Symptome abklärt – solange es schnell geht. 77 Prozent ist es gleichgültig, wer eine Behandlung durchführt, wenn sie gut ist. Das stützt Konzepte wie den Ausbau pflegerischer Kompetenzen oder nichtärztliche Fachkräfte in der Primärversorgung – Entwicklungen, die auch für die Diabetologie zunehmend relevant werden.

Beim Thema Digitalisierung zeigt sich ein gemischtes Bild: Telefon- und Videosprechstunden sowie KI zur Analyse von Gesundheitsdaten werden mehrheitlich begrüßt. KI-gestützte Symptombewertung hingegen stößt auf Skepsis.

Implikationen für Behandelnde

Die Umfrage zeigt: Versorgungsmodelle, die auf Teamarbeit, kürzere Wege und digitale Unterstützung setzen, haben gesellschaftliche Akzeptanz. Behandelnde können diese Rückendeckung als Argument nutzen – gegenüber Politik, Kostenträgern und bei der Weiterentwicklung eigener Versorgungsstrukturen. Der Wunsch der Bevölkerung nach niedrigschwelliger, alltagsnaher Versorgung deckt sich mit diabetologischen Versorgungszielen: Prävention stärken, Selbstmanagement fördern, Barrieren abbauen.

Quellen:

1. Pressemitteilung des Bertelsmann Stiftung / Bosch Health Campus vom 06.05.2026: Große Mehrheit der Bevölkerung unterstützt grundlegende Reformen im Gesundheitssystem

2. Weitere Informationen: https://www.healthtransformationhub.de | https://www.bertelsmann-stiftung.de | https://www.bosch-health-campus.de

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