Eisenmangel in der Schwangerschaft bleibt häufig unerkannt, obwohl er gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind birgt. Symptome wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit werden oft als normale Begleiterscheinungen interpretiert. Am Universitätsklinikum Würzburg behandelt ein interdisziplinäres Team seit September 2022 werdende Mütter mit Eiseninfusionen. Im Februar 2026 wurde die tausendste Schwangere erfolgreich therapiert. Das deutschlandweit einzigartige Behandlungskonzept ermöglicht eine schnelle Auffüllung der Eisenspeicher.
Eisenmangel in der Schwangerschaft: Häufig unterschätzt, effektiv behandelbar
Dauermüde, abgeschlagen, schnell außer Puste: Solche Beschwerden werden in der Schwangerschaft oft als normale Begleiterscheinungen interpretiert. Hinter den zunächst harmlos erscheinenden Symptomen kann jedoch ein Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie stecken. Unbehandelt erhöht diese das Risiko für Frühgeburt und Wochenbettdepression und kann die Kindesentwicklung verlangsamen.
Warum Eisenmangel in der Schwangerschaft so häufig ist
Eisen ist essenziell für die Bildung von Erythrozyten und den Sauerstofftransport im Körper. Während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf durch das wachsende Blutvolumen sowie die Versorgung der Plazenta und des ungeborenen Kindes deutlich an. Der Blutverlust rund um die Geburt belastet die Eisenspeicher zusätzlich.
„Ein Eisenmangel ist die häufigste Ursache einer Anämie in der Schwangerschaft. Er bleibt jedoch häufig unerkannt oder wird nicht ausreichend behandelt, obwohl eine effektive Therapie möglich ist.“
Prof. Dr. Patrick Meybohm, Klinikdirektor der Anästhesie am Universitätsklinikum Würzburg
Eisentabletten oft nicht ausreichend
Ein diagnostizierter Eisenmangel wird oft zunächst mit Tabletten behandelt. „Orale Eisenpräparate können aber vor allem einen schweren Eisenmangel nicht zuverlässig ausgleichen. Zudem wirken sie langsam und verursachen häufig Nebenwirkungen wie Verstopfung”, sagt Patrick Meybohm. Die Eiseninfusion hingegen ermöglicht eine schnelle Auffüllung der Eisenspeicher und verbessert das Symptombild rasch.
Würzburger Behandlungskonzept: 1000. Schwangere erfolgreich therapiert
Seit September 2022 behandelt ein interdisziplinäres Team der Anämie-Ambulanz des UKW werdende Mütter mit Eisenmangel oder Eisenmangelanämie mit Eiseninfusionen. Im Februar 2026 wurde die tausendste Schwangere erfolgreich therapiert (Abb. 1 ). Das streng überwachte Behandlungskonzept ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig.

„Bei den meisten Patientinnen genügt eine einmalige Infusionsgabe, um die Eisenwerte zu stabilisieren“.
Prof. Dr. Peter Kranke, Leiter der die geburtshilfliche und gynäkologische Anästhesie am Universitätsklinikum Würzburg
Permanente Überwachung sorgt für Sicherheit
Schwere Komplikationen seien bislang nicht beobachtet worden, berichtet Karina Reinhard, Leitende Anämie Nurse in der Ambulanz. Die permanente Überwachung der Vitalzeichen sorge dennoch für maximale Sicherheit während der Infusionsgabe. Zusätzlich erfolgt vor und nach der Infusion eine Ultraschallkontrolle, um das Wohlbefinden des Kindes zu überprüfen.
„Das Interesse der Behandlerinnen und Behandler am Würzburger Behandlungskonzept wächst stetig”, betont Prof. Dr. Ulrich Pecks, der die Geburtshilfe am UKW leitet.
Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Würzburg vom 05.03.2026: Deutschlandweit einzigartig: 1.000 Schwangere mit Blutarmut profitieren von Eiseninfusionen



