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Klitoris-Nervenbahn erstmals detailliert kartiert

3D-Modell der Klitoris veranschaulicht Anatomie für Rekonstruktion und nervenschonende Operationen.

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Klitoris-Nervenbahn erstmals detailliert kartiert

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mgo medizin Redaktion

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Erschienen in: gyne

Forschende haben erstmals die Nervenarchitektur der Klitoris detailliert dargestellt. Die Studie beschreibt den genauen Verlauf des dorsalen Klitorisnervs und typische Verzweigungsmuster. Die Ergebnisse könnten künftig wegweisend für die Rekonstruktion nach weiblicher Genitalverstümmelung, bei Verletzungen durch Geburten oder bei geschlechtsangleichenden Operationen sein.

Detaillierte Darstellung

Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) gelang es in einer anatomischen Studie erstmals, die Nervenarchitektur der Klitoris detailliert darzustellen. Die Ergebnisse könnten künftig wegweisend für die Rekonstruktion nach weiblicher Genitalverstümmelung oder bei geschlechtsangleichenden Operationen sein. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden rund um Erstautor Dr. Michael Wolf-Vollenbröker in dem Fachmagazin Folia Morphologica.

Nervenarchitektur zu wenig erforscht

Trotz erster Forschungserfolge in jüngerer Zeit ist die Nervenarchitektur der Klitoris weiterhin weitgehend untererforscht. Dabei ist eine bessere anatomische Kenntnis über den dorsalen Klitorisnerv vor allem bei chirurgischen Eingriffen, im Rahmen von Geburten sowie in der Diagnostik sexueller Funktionsstörungen wichtig. Insbesondere für die funktionelle Rekonstruktion der weiblichen Geschlechtsorgane nach Verstümmelung könnte ein besseres Verständnis der Nervenarchitektur zu großen chirurgischen Fortschritten führen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht Durchbruch

Die Studie entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Anatomie I und PD Dr. Danmon O’Dey, einem international ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der rekonstruktiven Chirurgie im weiblichen Genitalbereich. Erstautor der Studie ist Dr. Michael Wolf-Vollenbröker aus der Arbeitsgruppe „Klinische Anatomie”. Geleitet wird diese von Prof. Dr. Timm Filler, der ebenfalls Ko-Autor der Studie ist.

Umfangreiche Datenbasis ermöglicht neue Erkenntnisse

Die Ergebnisse basieren auf Untersuchungen von gespendetem menschlichem Gewebe. Mithilfe spezieller Färbe- und Präparationstechniken konnten die Forschenden erstmals den genauen Verlauf des dorsalen Klitorisnervs nachvollziehen und damit die tatsächliche anatomische Grundlage im Gewebe darstellen. Mit einer Datenbasis von insgesamt neun Präparaten handelt es sich um eine vergleichsweise umfangreiche Studie zur Anatomie der menschlichen Klitoris.

„Diese Stichprobe erlaubt uns erstmals, Aussagen über anatomische Variabilitäten und typische Muster der Nervenversorgung zu treffen. Damit hat die Studie eine besonders hohe praktische Aussagekraft.”

Dr. Wolf-Vollenbröker, Düsseldorf

Verzweigungsmuster

Die Studie beschreibt erstmals detailliert typische Verzweigungsmuster des dorsalen Klitorisnervs mit den häufigsten Aufteilungspunkten. Durch die Untersuchung der Präparate konnte der tatsächliche Verlauf des Nervs im Gewebe besonders realitätsnah dargestellt werden. Dies ermöglicht einen direkten Bezug zur medizinischen Praxis, indem Bereiche mit hoher Nervendichte von solchen mit vergleichsweise geringer Nervendichte abgegrenzt werden. Darüber hinaus bestätigt die Arbeit grundlegende Annahmen zum Nervenverlauf und zeigt diese unmittelbar im Gewebe.

Relevanz für chirurgische Praxis

Neben der Verbesserung der chirurgischen Wiederherstellung der Klitorisfunktion nach Verletzungen in Folge von Geburten oder weiblicher Genitalverstümmelung sind die Daten auch für chirurgische Eingriffe im Rahmen einer geschlechtsangleichenden Behandlung wegweisend.

Quellen:

  1. Pressemitteilung der Heinrich Heine Universität Düsseldorf vom 21.05.2026: Erstmals Nervenbahn der Klitoris detailliert dargestellt
  2. Wolf-Vollenbröker M, Piermaier L, Filler TJ, O’Dey D. Ramification of the dorsal clitoral nerve along its course on the human clitoris. Folia Morphol (Warsz) 2026; 85: e 01726046

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