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Kardiovaskuläres Risiko bestimmter Kontrazeptiva

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Erschienen in: gyne

Sowohl die kombinierte als auch die Gestagenpille sind einer prospektiven Kohortenstudie zufolge mit einem erhöhten Risiko für ischämische Schlaganfälle und in einigen Fällen auch für Herzinfarkte assoziiert. Das traf jedoch nicht auf die Levonorgestrel-freisetzende intrauterine Verhütung zu.

Im Rahmen ihrer prospektiven Kohortenstudie untersuchten die Forschenden um Dr. Harman Yonis, Nordsjaellands Hospital, Hilleroed/Dänemark, den Zusammenhang zwischen der Anwendung moderner hormoneller Verhütungsmittel und dem Risiko für einen erstmaligen ischämischen Schlaganfall und Herzinfarkt (BMJ 2025; 388: e082801). Die berücksichtigten Verhütungsmethoden umfassen kombinierte Östrogen-Gestagen-Pillen, den vaginalen Ring, das transdermale Pflaster sowie Gestagen-Pillen, intrauterine Verhütungsmittel, subkutane Implantate und intramuskuläre Injektionen.

Analysiert wurden 2.025.691 dänische Frauen zwischen 15 und 49 Jahren in den Jahren 1996 bis 2021. Während des Follow-ups kam es zu 4.730 ischämischen Schlaganfällen und 2.072 Herzinfarkten.

Kombinierte Präparate mit höchstem Risiko assoziiert

Die standardisierte Rate von ischämischen Schlaganfällen und Herzinfarkten pro 100.000 Personenjahren betrug:

  • 18 und 8 bei Nichtgebrauch hormoneller Verhütungsmethoden
  • 39 und 18 bei kombinierter oraler Kontrazeption
  • 33 und 13 bei Gestagen-Pillen
  • 23 und 11 bei intrauteriner Verhütung

Im Vergleich zum Nichtgebrauch war die Anwendung kombinierter oraler Kontrazeptiva mit einem zweifach erhöhten Risiko für einen ischämischen Schlaganfall und für einen Herzinfarkt assoziiert (adjustierte Rate Ratio [RR] jeweils 2,0). Dies entsprach standardisierten Ratenunterschieden von 21 zusätzlichen ischämischen Schlaganfällen und zehn zusätzlichen Herzinfarkten pro 100.000 Personenjahre.

Für Pillen, die nur ein Gestagen enthalten, fielen die adjustierten RR mit 1,6 für ischämischen Schlaganfall und 1,5 für Herzinfarkt etwas geringer aus. Dies entsprach 15 zusätzlichen ischämischen Schlaganfällen und vier zusätzlichen Herzinfarkten pro 100.000 Personenjahre.

Einen Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für arterielle Thrombosen fanden die Forschenden auch bei der Anwendung des kombinierten vaginalen Rings (adjustierte Inzidenz-RR 2,4 für ischämischen Schlaganfall und 3,8 für Herzinfarkt), des Pflasters (3,4 für Schlaganfälle) sowie des Gestagen-Implantats (2,1 und ≤ 3). Intrauterine Verhütungen mit einem Gestagen (jeweils 1,1 für ischämischen Schlaganfall und Herzinfarkt) gingen offenbar nicht mit einem erhöhten Risiko einher.

Nutzen und Risiken bewerten

Das absolute Risiko fiel zwar niedrig aus, dennoch sollten Ärztinnen und Ärzte das potenzielle Risiko einer arteriellen Thrombose in ihre Bewertung der Vor- und Nachteile einbeziehen, wenn sie eine hormonelle Verhütungsmethode verschreiben, empfehlen die Forschenden.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können keine sicheren Aussagen über Ursache und Wirkung getroffen werden. Außerdem können die Forschenden nicht ausschließen, dass andere nicht gemessene Faktoren die Ergebnisse beeinflusst haben könnten.

Die Stärke der Studie liege in ihrer großen Teilnehmerzahl von mehr als zwei Millionen Frauen und der langen Follow-up-Zeit von 22 Millionen Personenjahren, schreibt Dr. Therese Johansson vom Royal Institute of Technology, Stockholm in ihrem Editorial.

In den nordischen Ländern werden hormonelle Verhütungsmittel subventioniert, so die Kommentatorin weiter, und es wird eine kostenlose Verhütungsberatung angeboten. Dies steht im krassen Gegensatz zu vielen Ländern weltweit, in denen finanzielle und Informations-Barrieren den Zugang zu Verhütungsmitteln einschränken. Es sei wichtig, insbesondere für Frauen mit kardiovaskulären Risikofaktoren, sicherere Verhütungsalternativen wie Levonorgestrel-freisetzende intrauterine Methoden erschwinglich und zugänglich zu machen.

Quelle: aerztezeitung.de

Bilderquelle: © Kwangmoozaa_stock.adobe.com

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