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Bei extrakardialen immunvermittelten Nebenwirkungen unter Immun-Checkpoint-Inhibitoren auch auf das Herz achten

Illustration einer Immunreaktion mit T-Zelle und Tumorzelle, Fokus auf immunvermittelte Nebenwirkungen durch Immun-Checkpoint-Inhibitoren

Bei extrakardialen immunvermittelten Nebenwirkungen unter Immun-Checkpoint-Inhibitoren auch auf das Herz achten

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Erschienen in: herzmedizin

Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) haben die Überlebenschancen bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen verbessert. Die damit verbundene Aktivierung des Immunsystems  kann jedoch zu verschiedenen extrakardialen und kardialen Autoimmunphänomenen führen, die als  immunvermittelte unerwünschte Ereignisse (irAEs) bezeichnet werden. Die 2022 publizierte kardio-onkologische Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) [1] sieht jedoch keine seriellen Echokardiographie-Untersuchungen bei Patient:innen unter ICI-Therapie vor, wodurch die Inzidenz einer krebstherapiebedingten kardiovaskulären Toxizität (CTR-CVT) unterschätzt werden könnte.

Daher war es Ziel der vorliegenden Analyse, die Inzidenz von CTR-CVT (definiert nach der Kardio-Onkologie-Leitlinie der ESC) bei Betroffenen mit extrakardialen irAEs unter ICI-Therapie im Vergleich zu Kontrollen zu untersuchen. Ausgewertet wurden 266 Tumorpatient:innen (61 ± 14 Jahre; 40,6 % Frauen, 86,5 % Patient:innen mit Melanom, 62 % mit metastasierter Erkrankung) des Essener Kardio-Onkologie-Registers (EcoR), die zwischen Juli 2018 und März 2023 eine ICI-Therapie erhielten. Die Daten wurden bei den kardiologisch-onkologischen Konsultationen vor Beginn der ICI-Therapie (Baseline), nach sechs Wochen, sechs Monaten sowie ein Jahr nach Beginn der Therapie erhoben.

104 Betroffene (37,5 %) entwickelten extrakardiale irAEs (am häufigsten 15,4 % Hepatitis, 13,5 % Kolitis, 7,1 % Thyreoiditis) und wurden mit 162 Kontrollpersonen ohne extrakardiale irAEs verglichen. Patient:innen mit extrakardialen irAEs wiesen ein zweifach höheres Risiko für eine krebstherapiebedingte kardiale Dysfunktion auf (CTR-CD) (relatives Risiko {RR} 2 (95%-Konfidenzintervall {KI}: 1,46, 2,76; p < 0,001), die meist leichten Schweregrades war (98,9 %). Die Inzidenz einer Myokarditis betrug 10,5 % bei Betroffenen mit extrakardialen irAEs, verglichen mit 0 % ohne extrakardiale irAEs. Hinsichtlich der Häufigkeit von Arrhythmien und vaskulärer Toxizität gab es keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.

Demnach zeigen Tumorpatient:innen, die unter einer ICI-Therapie extrakardiale irAEs entwickeln, eine doppelt so hohe Inzidenz einer leichten CTR-CD sowie eine hohe Myokarditis-Inzidenz. Die Frühdiagnose von CTR-CVT, einschließlich CTR-CD und einer Myokarditis, ist ohne eine echokardiographische Untersuchung nicht möglich. Daher halten die Autor:innen eine Präzisierung der kardio-onkologischen Überwachungsprotokolle für dieses Kollektiv für notwendig, die beim Vorliegen von irAEs serielle echokardiographische Untersuchungen inkludieren. Denn die CTR-CVT ist für die Prognose von Überlebenden einer Tumorerkrankung von größter Bedeutung.

Literatur:

  1. Lyon AR et al. Eur Heart J 2022; 43: 4229-4361

Quelle: Mincu, RI et al.  High incidence of immune checkpoint inhibitor therapy related subclinical cardiac dysfunction and myocarditis in patients with extracardiac immune related adverse events.

https://doi.org/10.1007/s00392-025-02625-4

Bilderquelle: © Juan Gärtner – Adobe Stock

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