Kardiologie » Sonstiges

»

Echokardiografie: DEGUM-Leitlinie definiert erstmals Standards

Echokardiografie: DEGUM-Leitlinie definiert erstmals Standards

News

Kardiologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in:

Bislang fehlten verbindliche Standards zur Durchführung und Auswertung der transthorakalen Echokardiografie. Eine neue S2k-Leitlinie schließt diese Lücke und formuliert Qualitätskriterien.

Ob in der Notaufnahme, im Operationssaal oder auf der Intensivstation die transthorakale Echokardiografie (TTE) ist das am häufigsten eingesetzte nichtinvasive Verfahren zur Beurteilung von Herzstruktur und Herzfunktion. Doch bislang fehlten verbindliche Standards zur Durchführung und Auswertung. Die S2k-Leitlinie, die unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) entstanden ist, beschreibt sehr detailliert anschaulich mit Videos und Standbildern die strukturierte Abläufe und definiert Mindestanforderungen bzw. Qualitätskriterien. Die Leitlinie markiert damit einen wichtigen Fortschritt für mehr Sicherheit und Vergleichbarkeit in der Herzdiagnostik, so die Herausgeber*innen.  

Überfällige Maßnahme der Qualitätssicherung

Ein Schwerpunkt der Leitlinie liegt auf der fokussierten Echokardiografie, die in Notfallsituationen zum Einsatz kommt. „In kritischen Situationen lassen sich mit gezieltem Herzultraschall zentrale Fragen klären, etwa ob ein Perikarderguss vorliegt oder ob eine relevante Pumpfunktionsstörung besteht“, so Leitlinien-Koordinator Jan Knierim, Berlin. „Die neue Leitlinie stellt sicher, dass solche Untersuchungen strukturiert und qualitätsgesichert erfolgen – auch unter Zeitdruck.“ Die fokussierte Echokardiografie ersetze aber nicht die vollständige Untersuchung, sondern diene zur raschen Ersteinschätzung mit unmittelbarer therapeutischer Relevanz.

Abrufbar ist die Leitlinie unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/085-004

Quelle: Pressemitteilung der DEGUM vom 29. September 2025

Bildquelle: Peakstock-stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Durchgebrochene Zigarette auf blauem Hintergrund – Symbol für Raucherentwöhnung und Tabakstopp zur Senkung des kardiovaskulären Risikos

Tabakkonsum und kardiovaskuläres Risiko: Neue Wege zur Rauchentwöhnung

Fachartikel

Tabakkonsum bleibt der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die kardiovaskulären Schädigungsmechanismen durch Zigarettenrauch, quantifiziert das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko und stellt aktuelle Entwöhnungsstrategien vor – von Vareniclin über Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) bis zur neuen GKV-Erstattungsregelung ab August 2025.

Kardiologie

Prävention und Rehabilitation

Beitrag lesen
Fluoreszenzmikroskopie: Kardiomyozyten (orange), kardiale Fibroblasten (grün) und Endothelzellen (magenta) aus patientenspezifischen Stammzellen, Noonan-Syndrom-Forschung, UMG Göttingen

Noonan-Syndrom: UMG-Forschende entdecken zentralen Mechanismus für Herzschäden

News

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen haben einen entscheidenden Prozess aufgedeckt, der bei der Erbkrankheit Noonan-Syndrom zu schweren Herzveränderungen führt – und einen vielversprechenden Therapieansatz identifiziert.

Kardiologie

Herzmuskelerkrankungen und Herzinsuffizienz

Beitrag lesen
Dr. Christof Lenz, Dr. Aiste Liutkute und Prof. Dr. Niels Voigt (v.l.n.r.) im Labor der Universitätsmedizin Göttingen – Forschungsteam der Vorhofflimmern-Studie

Vorhofflimmern: Beide Herzvorhöfe stärker betroffen als bisher gedacht

News

Neue Studienergebnisse der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) stellen ein bisheriges Grundverständnis der häufigsten Herzrhythmusstörung infrage: Bei anhaltendem Vorhofflimmern sind nicht nur der linke, sondern auch der rechte Herzvorhof tiefgreifend verändert. Die Erkenntnisse könnten die Behandlung der Erkrankung künftig beeinflussen.

Kardiologie

Herzrhythmusstörungen

Beitrag lesen