Myokardmetastasen eines Nierenzellkarzinoms (RCC) sind selten und können bildgebend das Erscheinungsbild eines intrakardialen Thrombus imitieren. Ein Fallbericht aus Augsburg zeigt, wie die Kontrastechokardiographie eine entscheidende diagnostische Weichenstellung ermöglichte.
Kardiale Metastasen eines RCC mit Myokardbeteiligung stellen eine ungewöhnliche und häufig asymptomatische Manifestation dar. Die bildgebende Abgrenzung gegenüber intrakardialen Thromben ist klinisch wegweisend, da sich daraus unterschiedliche Therapieentscheidungen ergeben, insbesondere hinsichtlich Antikoagulation oder systemischer Tumortherapie. Die ESC-Leitlinien 2022 zur Kardio-Onkologie empfehlen bei kardialen Raumforderungen eine multimodale Bildgebung, einschließlich Kontrastechokardiographie und kardialer MRT.
Bei einem 57-jährigen Patienten mit metastasiertem klarzelligem RCC zeigten sich in der CT-Verlaufskontrolle zwei neue, kontrastmittelanreichernde Läsionen im Myokard anteroapikal und septal, die bildmorphologisch nicht sicher zwischen Thromben und Metastasen zu unterscheiden waren. Der Patient berichtete über Palpitationen, die transthorakale Echokardiographie zeigte eine fokale Wandverdickung anteroapikal und inferoseptal bei erhaltener LVEF von ca. 55 %. EKG-seitig zeigten sich T-Wellen-Negativierungen in V1–V6, das NT-proBNP war mit 1670 pg/ml erhöht. In der anschließend durchgeführten Kontrastechokardiographie wiesen beide Läsionen eine deutliche Hypervaskularisation auf, ein Befund, der mit thrombotischen Strukturen nicht vereinbar war und eine metastatische Genese nahelegte. Aufgrund der Tumorprogression erfolgte ein Therapiewechsel von Sunitinib auf Belzutifan. Unter fortlaufender kardioonkologischer Betreuung ist der Patient derzeit klinisch stabil.
Quelle: Beslic I, Eichler V, Harmel E et al. Clin Res Cardiol (2026). DOI: 10.1007/s00392-026-02870-1 – Abstractband der DGK-Jahrestagung 2026



