Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist für ältere Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine unterschätzte Gefahr. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt nach einer RSV-Infektion drastisch – die Impfung kann das verhindern.
RSV: Mehr als ein harmloser Erkältungserreger
RSV gilt vielen als harmloser Erkältungserreger – doch für ältere Erwachsene kann das Virus lebensbedrohlich werden. In der Altersgruppe 60+ führt RSV häufiger zu Krankenhausaufenthalten, Pneumonien, Pflegebedürftigkeit und Todesfällen als die Influenza. Darauf wies Dr. Petra Sandow, Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Berlin, beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hin.
Besonders gefährdet sind Menschen mit bestehenden Grunderkrankungen – allen voran Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Kardiale Risiken: Dramatische Zahlen
Die Zahlen sind alarmierend: Menschen ab 65 Jahren mit kardialen Vorerkrankungen haben bei einer RSV-Erkrankung eine bis zu 7,6-fach erhöhte Hospitalisierungsrate im Vergleich zu herzgesunden Gleichaltrigen. Doch damit nicht genug:
- Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ist innerhalb eines Jahres nach RSV-Infektion um das 1,8-Fache erhöht
- Das Risiko für schwerwiegende kardiale Ereignisse (MACE) steigt sogar um das 3,9-Fache
„Dies ist eine relevante Größenordnung und macht deutlich, welche Gefahr das RS-Virus für diese Patientengruppe darstellt”, betonte Dr. Sandow. Eine bestehende Herzinsuffizienz kann sich durch eine RSV-Infektion verschlimmern – die Infektion kann aber auch zur Entstehung einer Herzinsuffizienz beitragen.
STIKO empfiehlt Impfung für Risikogruppen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die RSV-Schutzimpfung ausdrücklich für Menschen ab 60 Jahren mit schweren kardialen Grunderkrankungen sowie weiteren schweren Komorbiditäten, Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen und alle Personen ab 75 Jahren.



