Kopfschmerzen zählen zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland und stellen eine erhebliche Belastung für das individuelle Wohlbefinden der Betroffenen sowie für das Gesundheitssystem dar. Daten aus der Studie von Porst et al. (2020) [1] zeigen, dass innerhalb eines Jahres 57,5 % der Frauen und 44,4 % der Männer mindestens einmal über Kopfschmerzen berichten. Migräne gehört zu den häufigsten primären Kopfschmerzerkrankungen und weist eine ausgeprägte geschlechtsspezifische Verteilung auf. In Deutschland erfüllen 14,8 % der Frauen und 6,0 % der Männer gemäß ICHD-3 die vollständigen Migränekriterien [1].
Die Prävalenz ist altersabhängig: Bei Frauen ist sie in der Altersgruppe der 18–29-Jährigen am höchsten, während sie bei Männern ihren Gipfel zwischen dem 30. und 39. Lebensjahr erreicht. Darüber hinaus weisen 28,4 % der Frauen und 18,0 % der Männer eine wahrscheinliche Migräne auf. Etwa 9,1 % der Menschen mit Migräne leiden unter einer chronischen Migräne mit mindestens 15 Kopfschmerztagen pro Monat.
Das Gesundheitsverhalten der Betroffenen im Jahr 2019 zeigte, dass 40,6 % der Frauen und 38,5 % der Männer aufgrund ihrer Kopfschmerzen ärztliche Hilfe in Anspruch nahmen. Medikamente zur Kopfschmerzbehandlung wurden von 82,5 % der Frauen und 67 % der Männer eingenommen. Die Nutzung von Triptanen war vergleichsweise gering: Die Triptan-Quote lag bei 7,3 % innerhalb eines Jahres bei episodischer Migräne und bei 4,7 % bei chronischer Migräne.
Daher ist es von zentraler Bedeutung, Menschen mit der Erkrankung Migräne eine individualisierte, evidenzbasierte medikamentöse Therapie anzubieten, die sich an der klinischen Symptomatik, der Attackenfrequenz, Komorbiditäten sowie dem individuellen Ansprechen auf vorherige Behandlungsversuche orientiert.



