Onkologie » Gynäkologische Tumoren » Mammakarzinom

»

Adjuvantes Ribociclib verlängert krankheitsfreies Überleben bei frühem Brustkrebs

Adjuvantes Ribociclib verlängert krankheitsfreies Überleben bei frühem Brustkrebs

News

Onkologie

Gynäkologische Tumoren

Mammakarzinom

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Früher Brustkrebs wird mit kurativer Absicht therapiert, allerdings sind Krankheitsrückfälle nach wie vor ein Problem. In der Phase-III-Studie NATALEE wurde die adjuvante Gabe von Ribociclib mit einem nichtsteroidalen Aromatase-Inhibitor bei Patient:innen mit HR+/HER2- Mammakarzinom im Stadium II oder III untersucht.

In der NATALEE-Studie erhielten 5.101 Brustkrebspatient:innen im anatomischen Stadium IIA, IIB und III Ribociclib (400 mg über 3 Jahre) plus Letrozol oder Anastrozol oder, im Kontrollarm, alleiniges Letrozol oder Anastrozol für die Dauer von mindestens 5 Jahren. Männer und prämenopausale Frauen erhielten zudem Goserelin. Primärer Studienendpunkt war das invasiv-krankheitsfreie Überleben (iDFS) entsprechend der STEEP-Kriterien.

Die eingeschlossenen Patient:innen waren median 52 Jahre alt, in 56 % der Fälle postmenopausal und zu 60 % im Stadium III. 71 % hatten bereits eine endokrine Therapie und 88 % eine (neo)adjuvante Chemotherapie erhalten. Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 27,7 Monaten zeigte sich eine signifikante iDFS-Verlängerung durch die Ribociclib-Gabe. Das Risiko einer invasiven Erkrankung wurde um 25,2 % reduziert (HR 0,748; 95%-KI: 0,618–0,906; p = 0,0014), absolut waren 3,3 % der Patient:innen nach 3 Jahren ohne invasive Erkrankung (90,4 vs. 87,1 %). Ein iDFS-Vorteil wurde über alle präspezifizierten Subgruppen gesehen, beispielsweise auch bei Lymphknoten-negativer Erkrankung.

Auch bezüglich sekundärer Endpunkte, wie dem Fernmetastasen-freien Überleben, wurde der Vorteil durch die zusätzliche Ribociclib-Gabe zur endokrinen Therapie bestätigt. Nach 3 Jahren lebten 90,8 % der Patient:innen im experimentellen Arm versus 88,6 % im Kontrollarm ohne Fernmetastasen. Das Risiko für Fernmetastasierung wurde um 26,1 % reduziert (HR 0,739; 95%-KI: 0,603–0,905; p = 0,0017). Für das Gesamtüberleben (OS) wurde eine Verlängerung beobachtet, die die statistische Signifikanz noch nicht erreicht hat (HR 0,759; 95%-KI: 0,539–1,068; p = 0,563). Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 30,4 Monaten für das OS waren 2,4 % versus 2,9 % der Patient:innen verstorben. Ribociclib wurde in der 400mg-Dosierung gut vertragen.

Dr. Ine Schmale

Quelle:  Slamon DJ et al. Ribociclib and endocrine therapy as adjuvant treatment in patients with HR+/HER2− early breast cancer: Primary results from the phase III NATALEE trial. Oral Abstract Session (LBA500), ASCO Annual Meeting 2023

Bilderquelle: ©Axel Kock – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

3D‑Darstellung einer violetten Zelle mit Bläschenstruktur im Hintergrund weiterer Zellen

Neue Schwachstelle in aggressivem Blutkrebs entdeckt

News

Kölner Forschende haben gezeigt, dass das Protein cFLIP Lymphomzellen vor dem Zelltod schützt. Wird es gezielt ausgeschaltet, könnten selbst therapieresistente DLBCL-Formen behandelbar werden.

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

Beitrag lesen
Digitale medizinische Darstellung einer Blase – Urologie und Blasengesundheit

Intensivierte Erstlinien-Erhaltung beim mUC im Kontext neuer Therapiesequenzen

Fachartikel

Die Therapielandschaft beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom befindet sich im Wandel. Mit zunehmender Etablierung von ADC-Immuntherapie-Kombinationen in der Erstlinie stellt sich die Frage nach der Rolle und Ausgestaltung der Erhaltungstherapie neu.

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Urothel- und Blasenkarzinom

Beitrag lesen
Kind mit Brille in heller Umgebung blickt in die Kamera

Wie myeloische Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entsteht

News

Kinder mit Down-Syndrom haben ein 150-fach erhöhtes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein internationales Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute und des Great Ormond Street Hospital hat nun erstmals die molekularen Schritte der Krebsentstehung nachgezeichnet, und mit dem Protein GATA1 einen vielversprechenden Ansatzpunkt für künftige Therapien identifiziert.

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

Beitrag lesen