Onkologie » Hirntumoren

»

Essener Team erforscht Langzeitfolgen von Hirntumor-Therapien

Arzt erklärt Patientin einen Hirntumor anhand einer 3D-Gehirndarstellung auf dem Computerbildschirm

Quelle: © New Africa - stocke.adobe.com

Essener Team erforscht Langzeitfolgen von Hirntumor-Therapien

News

Onkologie

Hirntumoren

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Forschende der Universität Duisburg-Essen beteiligen sich am bundesweiten Projekt UncovRT, das Langzeitfolgen von Strahlentherapie auf die Lebensqualität untersucht. Der Essener Fokus liegt auf dem pädiatrischen Bereich. Das Bundesministerium für Forschung fördert das Vorhaben im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs mit rund zwei Millionen Euro.

Was passiert im Gehirn nach einer Strahlentherapie?

UncovRT – der Name steht für „Uncover molecular mechanisms of side effects after cranial Radiation Therapy to improve quality of life for long term survivors of brain cancer” – geht genau dieser Frage nach: Was verändert sich im Gehirn nach einer Bestrahlung, und warum leiden manche Patient*innen noch Jahre später unter den Folgen? Ein besseres Verständnis dieser Spätfolgen soll helfen, sie künftig früher zu erkennen und langfristig zu vermeiden.

Fokus auf junge Patient*innen

Das Team am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen widmet sich vor allem Kindern und Jugendlichen mit Hirn- oder Schädelbasistumoren, die mit Protonen bestrahlt wurden. Die Protonentherapie ist eine besonders präzise Form der Strahlentherapie, bei der gesundes Gewebe stärker geschont wird als bei konventioneller Bestrahlung – dennoch können auch hier Spätfolgen auftreten, etwa Einschränkungen bei Konzentration und Gedächtnisleistung. „Wir möchten herausfinden, warum solche Veränderungen entstehen und welche Patient*innen ein hohes Risiko haben”, erklärt Prof. Dr. Beate Timmermann, Medizinische Leiterin am Standort Essen.

Im Verbund arbeiten Teams aus Dortmund, Essen, Dresden, Hamburg und Heidelberg zusammen. Gemeinsam bauen sie eine Datenbank mit klinischen Daten, bildgebenden Aufnahmen und biologischen Informationen auf. Parallel untersuchen Laborstudien die biologischen Ursachen strahlungsbedingter Hirnschäden – und testen Medikamente, die solche Schäden möglicherweise verhindern können.

Betroffene sind aktiv eingebunden und bringen ihre Perspektive in das Projekt ein. Ziel ist es, nicht nur Krebstherapien zu verbessern, sondern vor allem die Lebensqualität jener Menschen zu steigern, die einen Hirntumor überlebt haben.

Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikum Essen vom 27.03.2026

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt legt einem Patienten einen intravenösen Zugang am Arm – medizinische Behandlung bei Blutkrebs oder Chemotherapie

Leukämie-Stammzellen: Neue Wege aus der Resistenzfalle

News

Forschende vom DKFZ und HI-STEM haben einen zentralen Mechanismus des Therapieversagens bei akuter myeloischer Leukämie (AML) entschlüsselt: Vier unterschiedliche Subtypen von Leukämie-Stammzellen erklären, warum wichtige Medikamente ihre Wirkung verlieren – und die Leukämie zurückkehrt. Ein Durchbruch mit neuen Therapieansätzen.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Arzt hält anatomisches Ohrmodell in der Hand und erklärt die Struktur des Ohres mit einem Stift vor einem Laptop

HNO 2026: Technik, Qualität und Evidenz in der Chirurgie

News

Die Kopf-Hals-Chirurgie gehört zu den vielseitigsten und technisch anspruchsvollsten Bereichen der HNO-Heilkunde. Bei der Jahresversammlung der DGHNO-KHC vom 13.–16. Mai in Ulm stehen Qualitätssicherung, innovative Techniken und aktuelle Forschungsergebnisse im Mittelpunkt – für eine Medizin auf höchstem Evidenzniveau.

Onkologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Forschungsteam der Universitaet Duisburg Essen als Gruppenfoto vor dem Universitaetsgebaeude

Neuer SFB erforscht frühe Therapieresistenz bei Melanomen

News

Hautkrebsforschung: Die DFG fördert den neuen Sonderforschungsbereich DYNAMO an der Uni Duisburg-Essen mit 12,9 Mio. Euro. Ziel ist es, frühe Therapieresistenzen beim Melanom besser zu verstehen und zu überwinden.

Onkologie

Hauttumoren

Melanom

Beitrag lesen