Onkologie » Sonstiges

»

Neues Forschungskolleg: Präzisere Krebstherapien und weniger Nebenwirkungen

Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan (Klinik für Dermatologie) und Prof. Dr. Sylvia Hartmann (Institut für Pathologie).

Quelle: UDE/Med. Fakultät - Prof. Dr. Alpaslan Tasdogan

Neues Forschungskolleg: Präzisere Krebstherapien und weniger Nebenwirkungen

News

Onkologie

Sonstiges

mgo medizin Redaktion

Verlag

3 MIN

Erschienen in: onkologie heute

Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen richtet gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) ein neues Forschungskolleg für junge Kliniker:innen ein. Ziel ist, die nächste Generation von klinisch arbeitenden Forschenden bestmöglich auf die Anforderungen moderner Krebsmedizin vorzubereiten.

Das UMEA THERA („Targeting metabolic vulnerabilities in tumors for theranostics“) genannte Kolleg startet im Frühjahr 2026 und wird mit 1,3 Millionen Euro über 3 Jahre gefördert. Sprecher ist Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan, Co-Sprecherin Prof. Dr. Sylvia Hartmann. Beide arbeiten am Universitätsklinikum Essen und sind Forschende der Medizinischen Fakultät.

Laut EKFS-Förderzusage überzeugt das neue Forschungskolleg durch das methodische Spektrum sowie die wissenschaftliche Exzellenz der betreuenden Mentor:innen, die den Kollegiaten im Essener Umfeld zur Verfügung stehen. Im Fokus der Forschungsteams steht ein Thema, das die Onkologie in den kommenden Jahren entscheidend prägen wird: die Stoffwechselprozesse zwischen Tumorzellen, Immunzellen und der sogenannten Tumor-Mikro-Umgebung. Gemeint ist das direkte Umfeld eines Tumors, das aus Immunzellen, Blutgefäßen, Bindegewebe und chemischen Signalen besteht. Dieses Umfeld beeinflusst wesentlich, wie ein Tumor wächst, wie er auf Therapien reagiert und ob das Immunsystem seine Abwehrkraft behält oder verliert.

Das neue Kolleg verfolgt zentrale Fragen: Schwächen Tumore gezielt die körpereigene Abwehr? Und können Krebstherapien selbst unbeabsichtigt Immunfunktionen beeinträchtigen? Die Wissenschaftler:innen möchten diese Mechanismen entschlüsseln. Sie möchten Wege finden, diese therapeutisch zu steuern. Durch ihre Erkenntnisse sollen Behandlungen wirksamer werden und Nebenwirkungen sinken.

Die Teilnehmenden arbeiten unter Anleitung erfahrener Clinician Scientists und Medical Scientists. Sie entwickeln eigene Projekte und nutzen eine Methodik, die derzeit nur wenige Zentren anbieten können: Metabolomik und Transkriptomik, Einzelzell-Sequenzierung sowie innovative theranostische Konzepte. Diese Verfahren erlauben es, Stoffwechselvorgänge und Zellaktivitäten im Tumorgewebe hochpräzise sichtbar zu machen.

„Wir fördern Ärzt:innen, die Forschung vorantreiben und direkt an Patient:innen anwenden“, sagt Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan (Klinik für Dermatologie). Prof. Dr. Sylvia Hartmann (Institut für Pathologie) betont: „Der technologische Fortschritt bietet enorme Chancen, stellt aber auch hohe Anforderungen an die klinische Praxis.“

Mit dem Forschungskolleg UMEA THERA entsteht ein strukturiertes Ausbildungsumfeld, das Mediziner:innen in frühen Phasen ihrer Karriere die nötigen wissenschaftlichen Werkzeuge vermittelt – und damit die Krebsmedizin der Zukunft mit formt.

Quelle: Pressemitteilung Universität Duisburg-Essen

Im Bild: Prof. Dr. Dr. Alpaslan Tasdogan (Klinik für Dermatologie) und Prof. Dr. Sylvia Hartmann (Institut für Pathologie). (© UDE/Med. Fakultät – Prof. Dr. Alpaslan Tasdogan)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

3D‑Darstellung einer violetten Zelle mit Bläschenstruktur im Hintergrund weiterer Zellen

Neue Schwachstelle in aggressivem Blutkrebs entdeckt

News

Kölner Forschende haben gezeigt, dass das Protein cFLIP Lymphomzellen vor dem Zelltod schützt. Wird es gezielt ausgeschaltet, könnten selbst therapieresistente DLBCL-Formen behandelbar werden.

Onkologie

Hämatoonkologie

Lymphome

Beitrag lesen
Digitale medizinische Darstellung einer Blase – Urologie und Blasengesundheit

Intensivierte Erstlinien-Erhaltung beim mUC im Kontext neuer Therapiesequenzen

Fachartikel

Die Therapielandschaft beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom befindet sich im Wandel. Mit zunehmender Etablierung von ADC-Immuntherapie-Kombinationen in der Erstlinie stellt sich die Frage nach der Rolle und Ausgestaltung der Erhaltungstherapie neu.

Onkologie

Urogenitale Tumoren

Urothel- und Blasenkarzinom

Beitrag lesen
Kind mit Brille in heller Umgebung blickt in die Kamera

Wie myeloische Leukämie bei Kindern mit Down-Syndrom entsteht

News

Kinder mit Down-Syndrom haben ein 150-fach erhöhtes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein internationales Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute und des Great Ormond Street Hospital hat nun erstmals die molekularen Schritte der Krebsentstehung nachgezeichnet, und mit dem Protein GATA1 einen vielversprechenden Ansatzpunkt für künftige Therapien identifiziert.

Onkologie

Hämatoonkologie

Leukämien und MDS

Beitrag lesen