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DOC stellt vor: Dieses Gerät simuliert das IOL-Seherlebnis

Augenarzt Dr. Thomas Will und Refraktivmanagerin Steffi Parusel (Augenoptikermeisterin, die als Linsenberaterin die Patienten untersucht, Messungen durchführt und die am besten geeigneten künstlichen Linsen empfiehlt) untersuchen Patientin Margit K. mit dem neuen RALV-Gerät. Die Patientin möchte sich wegen Altersweitsichtigkeit und beginnendem Grauen Star künstliche Augenlinsen einsetzen lassen. Mit Hilfe des RALV-Gerätes, in das die Patientin blickt, kann sie bereits vor der OP genau feststellen, mit welchen Linsen sie später ohne Brille perfekt sehen wird

Quelle: DOC

DOC stellt vor: Dieses Gerät simuliert das IOL-Seherlebnis

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mgo medizin Redaktion

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6 MIN

Erschienen in: CONCEPT Ophthalmologie

“Real Artificial Lens Vision” ist eine Innovation, die auf der Pressekonferenz der DOC vorgestellt wurde: Das innovative Gerät zeigt Patienten, wie sie mit Kunstlinse sehen. Ein Paradigmenwechsel in der Patienten-Journey.

Wie gut sehe ich nach einer Linsen-Operation wirklich? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, die sich Kunstlinsen ins Auge einsetzen lassen wollen, um endlich ihre Lesebrille loszuwerden oder nach einer Operation gegen den Grauen Star auch ohne Brille wieder lesen und alles perfekt sehen zu können.

Bisher blieb die Antwort darauf trotz genauer Messwerte immer etwas ungenau. Zwar können Ärzte oder Linsenberater aufgrund von Untersuchungsergebnissen und den individuellen Wünschen der Patienten die wahrscheinlich optimalen Linsen empfehlen. Allerdings entsprach das tatsächliche Seherlebnis nach der OP trotz exakter Berechnungen nicht immer genau den Erwartungen. Denn jeder Patient empfindet die jeweiligen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Linsenmodelle anders.

Lösung für ein drängendes Problem

Doch jetzt gibt es dafür eine Lösung. Auf dem 38. Internationalen Kongress der Deutschen Augenchirurgie (DOC), der vom 18. bis 20 Juni in Nürnberg stattfindet, wird ein neu entwickeltes Gerät vorgestellt, das den Betroffenen erstmals ganz genau zeigen kann, wie das OP-Ergebnis ausfallen wird: „Dank einer speziellen Technik können Patienten bereits vor der Operation direkt durch die echten Kunstlinsen blicken, die ihnen später eingesetzt werden“, erklärt Augenarzt und Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer (Nürnberg). „Sie können auf diese Weise verschiedene Linsenmodelle miteinander vergleichen und herausfinden, mit welchen sie persönlich und individuell am besten zurechtkommen.“

Der Bedarf für diesen neuen Sehtest ist groß. Schließlich gibt es neben den klassischen Standardlinsen, die entweder ein perfektes Sehen in die Ferne oder in die Nähe ermöglichen, heute zahlreiche Linsen mit Zusatzfunktion, die zusätzlich ein scharfes Sehen in verschiedene Entfernungen bieten und in vielen Fällen ein Leben ohne Brille versprechen. Doch ob eine Linse wirklich zu einem Patienten passt, hängt stark von dessen individuellem Seheindruck ab. Dr. Scharrer: „Mit den herkömmlichen Untersuchungen lässt sich dieser nicht immer optimal vorhersagen.“

Komplexes System simuliert das Sehen mit IOL

Das Resultat: Manche Patienten sind trotz neuer Linsen unzufrieden. Genau hier setzt das neue Gerät namens RALV (Real Artificial Lens Vision) an. Es enthält ein komplexes optisches System, das die Brechkraft der körpereigenen Augenlinse vollständig neutralisiert. Dadurch sieht der Patient optisch so, als wäre seine eigene Linse bereits entfernt. Dann setzen der Arzt oder die Linsenberaterin die in Frage kommenden echten Kunstlinsen in den Strahlengang ein. Der Patient blickt tatsächlich durch diese Linsen auf reale Objekte in unterschiedlichen Entfernungen. Dadurch entsteht derselbe Seheindruck, als wäre die Linse bereits im Auge implantiert.

„Ein großer Vorteil ist es“, so Dr. Scharrer, „dass wir jetzt für die verschiedenen Monofokal-, EDOF- und Multifokallinsen die bei Dunkelheit mehr oder weniger stark auftretenden störenden Lichtphänomene wie Blendungen oder Ringe um Lichtquellen schon vor der OP testen können. Die Patienten können dadurch feststellen, ob und wie sehr sie das stört und den für sie am besten geeigneten Linsentyp auswählen. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, Sehschärfe, Kontrastsehen und weitere wichtige Sehfunktionen zu bestimmen und zu dokumentieren.“

Das erleichtert zum Beispiel die oft schwierige Entscheidung zwischen EDOF- und Multifokallinsen, den beiden beliebtesten Premiumlinsen. Multifokallinsen bieten ein scharfes Sehen in alle Entfernungen und ersparen eine Lesebrille. Dafür treten aber bei Dunkelheit stärkere Blendungs- und Lichtphänomene auf. Bei nächtlichen Autofahrten könnten hier blendende Scheinwerfer entgegenkommender Verkehrsteilnehmer zum Problem werden. EDOF-Linsen bilden zwar alles in der Ferne und in mittleren Entfernungen scharf ab, haben jedoch leichte Einbußen beim Sehen in der Nähe. Hier kann, besonders bei kleinen Schriften oder schlechtem Licht, eine leichte Lesebrille nötig werden. Dafür haben diese Linsen nachts weniger störende Lichteffekte.

Endlich Klarheit über die Halos

Bei der Entscheidung für eine von diesen beiden Linsentypen mussten sich die Patienten bisher auf diese theoretischen Informationen verlassen. „Jetzt jedoch“, so Dr. Scharrer, „kann jeder Patient mit dem RALV-Gerät selbst ausprobieren, mit welcher Linse er perfekt zurechtkommt und wie sehr beispielsweise bei Multifokallinsen das Gegenlicht oder andere Phänomene tatsächlich blenden. Wir haben festgestellt, dass viele Patienten das unterschiedlich empfinden. Einige stört Gegenlicht sehr, andere dagegen kaum.“

Besonders geeignet ist der RALV für alterssichtige OP-Kandidaten, die ohne Lesebrille auskommen möchten. „Dazu gehören auch viele Patienten, die sich in jüngerem Alter bereits einem LASIK-Eingriff unterzogen haben“, erklärt Dr. Scharrer. „Speziell bei ihnen können wir die erforderliche Linsenstärke von Premiumlinsen nur schwer berechnen und damit die zu erwartenden OP-Ergebnisse eines Linsentausches nur vage vorhersagen. Denn der frühere Lasereingriff hat die Vorderseite der Augenhornhaut verändert, nicht aber deren Rückseite. Alle Standard-Berechnungsformeln für künstliche Linsen stützen sich aber auf ein natürliches Verhältnis zwischen Vorder- und Rückfläche der Hornhaut. Wenn die Berechnung jedoch nicht ganz exakt stimmt, können später verschwommene Bilder und deutliche Störeffekte auftreten. Das führte dazu, dass manche Augenärzte Ex-LASIK-Patienten von einer Premiumlinse abgeraten haben. Dank RALV ist das jetzt nicht mehr nötig und eine gute Vorhersage der OP-Ergebnisse möglich.“

Präventiv wählen bei beginnender Katarakt

Außerdem ist das RALV-Gerät für Patienten mit einem leichten Grauen Star geeignet, die noch mindestens 80 Prozent Sehschärfe haben. Ob die Untersuchung auch für Katarakt-Patienten mit weniger Sehschärfe in Frage kommt, wird derzeit in einer klinischen Studie ermittelt. „Diese Einschränkung liegt daran, dass das RALV-Gerät stärkere Linsentrübungen nicht herausfiltern kann“, sagt Dr. Scharrer.

Doch auch für diese Patientengruppe gibt es eine Lösung. Sobald der Augenarzt einen leichten Grauen Star festgestellt hat, der jedoch noch nicht operiert werden muss, können die Patienten mit Hilfe von RALV schon sehr früh ausprobieren, welche Linsenmodelle für sie vom Prinzip her am besten geeignet sind. Wenn dann Jahre später eine OP ansteht, wissen sie bereits, mit welchen Linsen sie am besten zurechtkommen.

Mit dem CE-zertifizierten RALV-Gerät können alle implantierbaren Linsen der verschiedenen Hersteller getestet werden. Für Patienten bedeutet das: Weniger Missverständnisse, weniger unrealistische Erwartungen und größere Zufriedenheit mit der Operation.

Quelle: Pressemitteilung DOC / 18. Juni 2026

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