Teams im OP setzen zwei Robotik-Systeme bei über 4.100 Operationen ein. Patientinnen und Patienten profitieren von schonendem Verfahren und schnellerer postoperativer Erholung. Neues Zentrum für operative Robotik soll Wissenschaft und Klinikbetrieb noch enger zusammenbringen.
Die Klinik und Poliklinik für Urologie am Universitätsklinikum Dresden blickt auf 20 Jahre urologische Robotik zurück. Im März 2006 galt der Einsatz von OP-Robotern in der Urologie als absolutes Novum. Dresden gehörte zu den ersten Standorten in Deutschland, die über diese moderne minimalinvasive Operationsmethode verfügten. 20 Jahre und über 4.174 (Stand bis Q1/2026) robotische Operationen später ist die Technik in die urologische Routine übergegangen.
Die Anzahl der Eingriffe, die robotisch-assistiert erfolgen, nimmt in der Klinik und Poliklinik für Urologie stetig zu. Das robotische Verfahren erlaubt präzises Operieren auf kleinstem Raum. Am häufigsten erfolgt der Einsatz des Operationsroboters im Rahmen der Nierenteilresektion und der radikalen Prostatektomie. Letztere war jahrzehntelang eine Domäne der offenen Operationstechnik. In den letzten zehn Jahren ist hier jedoch der Einsatz des Operationsroboters von 30 auf über 95 Prozent gestiegen – Grund dafür ist insbesondere die schnellere postoperative Erholung der Patienten aufgrund des minimalinvasiven Zugangs.
Robotik als unverzichtbarer Standard in der modernen Urologie
„In keiner anderen medizinischen Fachrichtung ist die Robotik derart fest implementiert wie in der Urologie. Grundlage hierfür sind die stetige Weiterentwicklung der robotischen Operationstechnik und ihre Ausweitung auf die verschiedenen urologischen Organsysteme seit dem Jahr 2000. Heutzutage ist in einer auf rekonstruktive und onkologische Operationen ausgerichteten Urologie der Operationsroboter nicht wegzudenken”, sagt Prof. Christian Thomas, Direktor der Klinik für Urologie.
„Die Medizin der Zukunft ist maßgeblich bestimmt vom Einfluss der Digitalisierung und von operativer Robotik. Durch Etablierung eines Zentrums für operative Robotik werden wir dem gerecht und erreichen eine noch intensivere Verschmelzung von Klinik und Wissenschaft. Davon profitieren unsere Patientinnen und Patienten”, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden.
Robotisches Operieren bedeutet auch in der Urologie ein für den Patienten schonenderes Verfahren und eine schnellere postoperative Erholung aufgrund des minimalinvasiven Zugangs. Aktuell verfügt die urologische Klinik über zwei robotische Operationssysteme, die im ständigen Einsatz sind: Neben einem DaVinci Xi-System steht seit Oktober 2023 auch das HUGO RAS-System zur Verfügung.
„Der Einsatz zweier verschiedener Operationsroboter gibt uns die Möglichkeit, beide Systeme unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten miteinander zu vergleichen. Zudem steigert es die Attraktivität als Ausbildungsstandort”, sagt der stellvertretende Klinikdirektor PD Dr. Martin Baunacke.
Dabei kommt es beim Einsatz der Robotik immer auch auf die Expertise des Operateurs sowie des Teams im OP an. Weder das DaVinci-System noch das HUGO-RAS-System sind autonom arbeitende Maschinen – letztendlich überträgt der Roboter die Bewegungen des Operateurs präzise in das Körperinnere.
Quelle: Pressemitteilung der Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden



