Trotz aller gesetzgeberischen Bemühungen reicht die Zahl der Spendernieren seit Jahrzehnten nicht aus, um den Bedarf zu decken. Rund acht Jahre warten Patienten derzeit auf eine postmortale Nierenspende. Es geht um Leben oder Tod.
Die dann erforderliche Dialyse führt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands. Jetzt steht eine erneute gesetzliche Änderung an. In erster Lesung hat der Bundestag am Freitag den Entwurf einer Novellierung des Transplantationsgesetzes diskutiert, nach der in Zukunft Überkreuz-Lebendnierenspenden zwischen unterschiedlichen Paaren sowie auch anonyme Nierenspenden ermöglicht werden sollen.
Die Bundesregierung will nach der Verabschiedung der Gesetzesnovelle ein nationales Programm für Überkreuz-Lebendnierenspenden aufbauen. Die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, Tanja Machalet (SPD) verwies im Bundestag auf 6.400 Menschen, die Ende 2024 auf der Warteliste gestanden haben. Tatsächlich verpflanzt wurden jedoch nur 2.075 Spendernieren. 253 Patienten starben 2024, bevor ein Spenderorgan übertragen werden konnte.
Franz-Günter Runkel



