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Darolutamid beim Hochrisiko-nmCRPC: Online-Befragung zieht positive Bilanz

Darolutamid

Darolutamid beim Hochrisiko-nmCRPC: Online-Befragung zieht positive Bilanz

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4 MIN

Erschienen in: UroForum

Unter Darolutamid plus ADT lebten Männer mit Hochrisiko-nmCRPC doppelt so lange ohne Ausbreitung des Prostatakarzinoms vs. Placebo plus ADT [1]. Die Reduzierung des Sterberisikos unter Darolutamid plus ADT vs. Placebo plus ADT betrug mehr als 30 % [1]. Eine aktuelle Online-Befragung unter Urologen aus Deutschland zeigt: Darolutamid wird Therapieerwartungen in der klinischen Praxis an Wirksamkeit und Verträglichkeit gerecht.

Darolutamid
Darolutamid ist seit zwei Jahren in Deutschland zur Therapie von Hochrisiko-nmCRPC-Patienten in Kombination mit ADT zugelassen. (Foto © adobestock – Chinnapong)

Anwendung von Darolutamid

Darolutamid (Nubeqa®) ist ein oraler Androgenrezeptor-Inhibitor (ARI). Darolutamid bietet eine wirksame First-Line-Therapie mit vorteilhafter Verträglichkeit für Männer mit nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die ein hohes Risiko für die Entstehung von Metastasen aufweisen (Hochrisiko-nmCRPC). Das wurde in der multizentrische, randomisierten und placebo-kontrollierten Phase-III-Studie ARAMIS dokumentiert [1].

Aktuelle Online-Befragung: Positive Eigenschaften von Darolutamid überzeugen Urologen

Der ARI Darolutamid steht seit zwei Jahren in Deutschland zur effektiven Therapie von nmCRPC-Patienten mit einem hohen Risiko für die Entstehung von Metastasen in Kombination mit ADT zur Verfügung. Daten zur Wirksamkeit und Anwendungssicherheit liegen nicht nur dank der ARAMIS-Studie vor – inzwischen werden diese Ergebnisse auch durch zahlreiche Kasuistiken und Eindrücke aus der klinischen Praxis ergänzt.

Welche Erfahrungen haben Urologen inzwischen mit dem Einsatz von Darolutamid gesammelt? Welche Parameter sind für sie ausschlaggebend, wenn die Entscheidung für eine Therapieoption bei ihren Patienten ansteht? Diese und weitere Fragen wurden in einer aktuellen Online-Umfrage thematisiert, deren Ergebnisse Dr. med. Jörg Klier, Köln, präsentierte. Insgesamt 61 Urologen aus Deutschland beurteilten zwischen Mitte März und Anfang April 2022 die Bedeutung vorgegebener Kriterien für die Verordnung eines ARI anhand einer Skala von 1 = „überhaupt nicht wichtig“ bis 6 = „sehr wichtig“.

Wirksamkeit und Verträglichkeit sind die wichtigsten Parameter

Ergebnis: Wirksamkeit (95 %) und Verträglichkeit (87 %) wurden als die wichtigsten Parameter angesehen. Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer stuften außerdem die Einfachheit der Anwendung als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ein. Für ARI-naive Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC erwarteten mehr als vier von fünf der Befragten vor allem, dass der verordnete ARI die Metastasierung des Prostatakarzinoms verzögert und dabei gut verträglich ist. Jeweils etwa 2 von 3 Urologen meinten, die Medikation sollte das Sterberisiko senken und außerdem die Zeit bis zur Schmerzprogression verlangsamen.

Bereits eigene Praxiserfahrung mit Darolutamid beim Hochrisiko-nmCRPC gesammelt zu haben, bestätigten 70 % der Befragten. Ausschlaggebend für deren Darolutamid-Verordnungen waren Wirksamkeit und Sicherheit. Von den weniger als einem Drittel der Umfrageteilnehmer, die Darolutamid noch nicht verordnet hatten, gab die Mehrheit an, „keine geeigneten Patienten“ für diese Therapieoption in der Praxis zu haben.

„Um Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC zu identifizieren und eine wirksame Therapie zu ermöglichen, ist ein engmaschiges Monitoring wichtig“, betonte Klier. Dies gelte insbesondere, da es sich in dieser Krankheitsphase vor allem um asymptomatische Patienten handele, bei denen es keine körperlichen Indizien auf ein Fortschreiten der Erkrankung gibt und für die ein Erhalt der Lebensqualität von großer Bedeutung ist. Mittels konventioneller Bildgebung mit Knochenscan, CT- oder MRT-Aufnahmen sind bei diesen kastrationsresistenten Patienten keine Metastasen feststellbar. „Wenn unter Beibehaltung der ADT der PSA-Wert in drei aufeinanderfolgenden Analysen wieder auf über 2 ng/ml ansteigt und dieser Anstieg zudem rasch verläuft, mit einer Verdopplungszeit von 10 Monaten oder weniger, trägt der Patient ein hohes Risiko für die Entstehung von Metastasen“, erklärte Klier.

Wichtige Daten aus der Phase-III-Studie ARAMIS

Unter Darolutamid plus Androgendeprivationstherapie (ADT) wurde gegenüber Placebo plus ADT eine signifikante Verbesserung sowohl des metastasenfreien Überlebens (MFS) als auch des Gesamtüberlebens (OS) festgestellt [1]. Männer mit Hochrisiko-nmCRPC überlebten in der ARAMIS-Studie unter Darolutamid plus ADT doppelt so lange ohne Ausbreitung des Prostatakarzinoms vs. Placebo plus ADT [1]. In der finalen Analyse war das Sterberisiko (sekundärer Endpunkt) für die Patienten, die Darolutamid zur ADT erhielten, um mehr als 30 % reduziert (HR = 0,69 (95 %-KI: 0,53–0,88) p = 0,003) [1]. Alle weiteren Endpunkte der Studie, wie die Zeit bis zur Schmerzprogression und die Zeit bis zur PSA-Progression (explorativer Endpunkt), waren unter Darolutamid plus ADT ebenfalls verlängert (Ergebnisse der Primäranalyse) [1, 2]. Insgesamt war das Verträglichkeitsprofil in beiden Studienarmen vergleichbar [1, 2].

Darolutamid plus ADT wird mit starker Evidenz als Therapieoption beim Hochrisiko-nmCRPC sowohl in der deutschen S3-Leitlinie Prostatakarzinom als auch in den europäischen Guidelines empfohlen, die die European Association of Urology (EAU) gemeinsamen mit anderen Fachgesellschaften herausgegeben hat [3, 4].

Literatur

  1. Fizazi K, et al. N Engl J Med 2020; 383: 1040–9
  2. Fizazi K, et al. N Engl J Med 2019; 380: 1235–46
  3. Leitlinienprogramm Onkologie, S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 6.2, Oktober 2021. Online unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Prostatatkarzinom/Version_6/LL_Prostatakarzinom_Langversion_6.2.pdf, zugegriffen 28.04.2022
  4. EAU-EANM-ESTRO-ESUR-ISUP_SIOG-Guidelines-on-Prostate-Cancer-2022.pdf (d56bochluxqnz.cloudfront.net), zugegriffen 28.04.2022

Quelle: Bayer AG (>>zur Homepage)

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