Urologie » Berufspolitik

»

SpiFa: Digitale Ersteinschätzung braucht medizinischen Kompass statt Kassenlogik

Digitale Ersteinschaetzung in der Telemedizin mit Patienten, die online Frageboegen am Tablet und Laptop ausfuellen

Quelle: © Darren - stock.adobe.com

SpiFa: Digitale Ersteinschätzung braucht medizinischen Kompass statt Kassenlogik

Berufspolitik

Urologie

Berufspolitik

mgo medizin Redaktion

Verlag

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzten Deutschlands e.V. (SpiFa) bewertet die im Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) vorgesehene digitale Ersteinschätzung grundsätzlich positiv. Voraussetzung sei jedoch, dass sie verpflichtend, praxisgerecht und einzig unter ärztlicher Verantwortung ausgestaltet werde.

Der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich knüpft zukünftige Versorgungsqualität an digitale Strukturen. © SpiFa e.V.
Der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich knüpft zukünftige Versorgungsqualität an digitale Strukturen.
© SpiFa e.V.

Aus Sicht des SpiFa ist ein solches Instrument zwingend erforderlich, wenn ein künftiges Primärversorgungssystem nicht zu zusätzlicher Bürokratie, längeren Wartezeiten und noch stärker belasteten Praxen führen soll. „Ohne digitale Ersteinschätzung drohen unnötige Präsenzkontakte, blockierte Kapazitäten und eine weitere Verknappung ärztlicher Zeit dort, wo sie medizinisch am dringendsten gebraucht wird“, unterstreicht der SpiFa.

Der GeDIG-Referentenentwurf erkenne zwar an, dass eine digitale Bedarfseinschätzung Beschwerden standardisiert erfassen, Notwendigkeit und Dringlichkeit bewerten und Patientinnen und Patienten in die geeignete Versorgungsebene leiten soll. Umso problematischer sei, dass die Ausgestaltung dieses zentralen Steuerungsinstruments gemeinsam mit dem GKV-Spitzenverband erfolgen soll. Damit drohe die digitale Ersteinschätzung zu einem Einfallstor für kostenträgergeprägte Zugangssteuerung zu werden. Maßstab für Dringlichkeit und Versorgungsbedarf müssten allein medizinische Kriterien, fachliche Evidenz und die reale Versorgungssituation sein, nicht die Steuerungsinteressen der Kostenträger.

Der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. Dirk Heinrich spricht sich für mehr Digitalisierung im Gesundheitssystem aus: „In einem Gesundheitssystem mit Millionen Patientenkontakten pro Woche ist es schlicht unrealistisch, alle Zugänge rein analog zu organisieren. Ohne digitale, ärztlich entwickelte Triage verlieren wir Zeit, Ressourcen und letztlich Versorgungsqualität.“

Quelle: Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzten Deutschlands e.V. (SpiFa)

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Erschoepfter junger Weiterbildungsassistent im Klinikalltag mit Kopf auf dem Schreibtisch wegen Personalmangel

Personalmangel im Klinikalltag: Folgen für junge Weiterbildungsassistenten

Fachartikel

Personalmangel ist in vielen Kliniken zum chronischen Strukturproblem geworden – mit Folgen gerade für junge Ärzt*innen in Weiterbildung. Der Beitrag zeigt, wie Arbeitsverdichtung, mehr Dienste und weniger Zeit für Patientenkontakt das Fehlerrisiko erhöhen und Gesundheit sowie Motivation belasten können. Gleichzeitig leidet die Ausbildungsqualität, weil Supervision und strukturierte Anleitung im Alltag zu kurz kommen.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Urologischer Chirurg bereitet sich im OP auf die operative Korrektur komplexer Penisdeviationen bei Induratio Penis Plastica vor

Operative Korrektur komplexer Penisdeviationen bei Induratio Penis Plastica

Fachartikel

Bei komplexen Penisdeviationen infolge Induratio penis plastica ist oft nur die Operation zielführend. Eine bizentrische Fallserie berichtet erstmals über den Einsatz eines allogenen Fascia-lata-Grafts zur Rekonstruktion der Tunica albuginea nach Plaque-Inzision/-Exzision. Bei 14 Patienten zeigte sich die Technik gut handhabbar ohne Entnahmemorbidität; Erektionsfunktion und Penislänge blieben weitgehend stabil.

Urologie

Operative Urologie

Beitrag lesen
Aggressiver Konflikt zwischen Patient und Arzt als Symbol fuer Diskriminierung und Uebergriffigkeit im Gesundheitswesen

BvDU befürwortet Strukturen gegen Diskriminierung und Übergriffigkeit

Berufspolitik

Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) bekräftigt anlässlich der aktuellen Berichte zu entsprechenden Vorfällen - auch auf dem Deutschen Ärztetag - seine klare Haltung für ein respektvolles, diskriminierungsfreies und sicheres Arbeitsumfeld im gesamten Gesundheitswesen.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen