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JAKU 2026 – Kinderurologie-Jahrestagung in Mainz begeistert Fachpublikum

Medizinische Fachperson haelt einen Vortrag auf einem Kongress vor großem Publikum

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JAKU 2026 – Kinderurologie-Jahrestagung in Mainz begeistert Fachpublikum

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mgo medizin Redaktion

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6 MIN

Erschienen in: UroForum

Die JAKU 2026 Jahrestagung für Kinder- und Jugendurologie fand erstmals seit vielen Jahren wieder in Mainz statt und setzte neue Maßstäbe in der kinderurologischen Fortbildung. Über 280 Fachärzte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erlebten ein hochkarätiges Programm mit den Schwerpunkten robotische Chirurgie, Blasenfunktion und Andrologie. Besonders hervorzuheben ist der erstmalig durchgeführte kostenfreie Einsteigerkurs Kinderurologie, der den ärztlichen Nachwuchs gezielt fördert.

Überblick zur JAKU 2026 Jahrestagung

Die gemeinsame Jahrestagung des Arbeitskreises Kinder- und Jugendurologie der Deutschen Gesellschaft für Urologie und der Arbeitsgemeinschaft Kinderurologie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (JAKU) wurde 2026 von Prof. Dr. Annette Schröder aus Mainz und Prof. Dr. Anne-Karoline Ebert aus Ulm ausgerichtet. Im traditionsreichen „Hörsaal Chirurgie” der Universitätsmedizin Mainz erlebten rund 280 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein hochkarätiges und spannendes Programm.

Die Schwerpunktthemen der JAKU 2026:

  • Robotische Chirurgie in der Kinderurologie
  • Blasenfunktion und Kontinenzversorgung
  • Andrologie bei Kindern und Jugendlichen
  • Lessons to learn – Erfahrungsaustausch

Einsteigerkurs Kinderurologie – Erfolgreicher Vorkongress für den Nachwuchs

Erstmals fand in diesem Jahr ein Vorkongress für den ärztlichen Nachwuchs statt – der kostenfreie „Einsteigerkurs Kinderurologie”. Der initial für maximal 30 Personen ausgelegte Kurs wurde so überwältigend angenommen, dass er auf zwei parallele Kurse ausgeweitet wurde. Letztlich konnten alle 52 angemeldeten jungen Kolleginnen und Kollegen aus Kinderchirurgie und Urologie teilnehmen.

Inhalte des Einsteigerkurses

Neben allgemeinen Tipps wurden wichtige und alltägliche Themen behandelt:

  • Hodenhochstand
  • Hypospadie
  • Phimose
  • Enuresis
  • Reflux
  • Harnwegsinfektionen (HWI)
  • Operationen an der Leiste

Darüber hinaus war neben den Vorträgen bei der mittäglichen Pizza viel Zeit für Diskussion, Netzwerken und Austausch eingeplant.

Robotische Chirurgie in der Kinderurologie – State of the Art

Spannende Impulsvorträge zur Robotik

Der Kongress begann traditionsgemäß mit operativem Schwerpunkt. Im Rahmen von semi-live Videopräsentationen wurden zum Teil sehr komplexe Fälle vorgestellt, beispielsweise ausgeprägte Utrikuluszysten. Die robotische Chirurgie am Kind, die in den letzten Jahren ihren Weg in die Kinderurologie gefunden hat, wurde in einer State-of-the-Art-Lecture des renommierten Pioniers der Kinder-Robotik Prof. Craig Peters aus Dallas mit dem Titel „Promises, pitfalls and future of robotics in pediatric urology” eingeführt.

Panel-Diskussion zur robotischen Kinderurologie

Es folgten Impulsvorträge aus verschiedenen Perspektiven:

  • Urologie: Prof. Dr. Stefan Siemer, Homburg
  • Kinderchirurgie: Prof. Martin Lacher, Leipzig
  • Alleinstehende Kinderurologie: Prof. Bernhard Haid, Linz

Anschließend wurden in einer Panel-Diskussion besonders die Herausforderungen ausführlich diskutiert. Hierbei wurde offensichtlich, dass, wenngleich die urologischen Eingriffe aktuell einen Hauptanteil der robotischen Operationen am Kind ausmachen, die robotische Kinderurologie hier noch in den Kinderschuhen steckt.

Zukunft der Robotik in der Kinderurologie

Auch wenn man viel voneinander lernen könne, müsse sich die Kinderurologie hier – wie Professor Haid aus Linz anmerkte – vom Mutterschiff abkoppeln, um eigene Wege zu gehen, eigene Indikationen und eigene Anwendungen zu finden. Klar wurde jedoch auch in den fünf Vortragsbeiträgen, dass die Robotik am Kind und Jugendlichen aus der Kinderurologie nicht mehr wegzudenken ist.

Blasenfunktion im Fokus – Mehr als nur Einnässen

Ein weiteres und hochrelevantes Hauptthema war „Blasenfunktion – so viel mehr als nur Einnässen”. Hier begeisterte Prof. Dr. Piet Hoebeke aus Gent mit einem ICCS-Update des Blasen-Darm-Dialoges. PD Dr. Rolf Beetz legte eindrucksvoll die Zusammenhänge von Blasenfunktion und Refluxmaturation dar. Anschließend berichtete Prof. Dr. Bernard Haid aus Linz über die perioperative Blasenfunktionsdiagnostik bei nicht neurogenen Blasenfunktionsstörungen.

Vortragspreis der Stiftung Coloplast

In der darauffolgenden Sitzung zur Blasenfunktion bewarben sich sieben außergewöhnliche Beiträge um den auf 1.500 Euro dotierten und in diesem Jahr erstmals ausgelobten Vortragspreis der Stiftung Coloplast und des Arbeitskreises Kinder- und Jugendurologie der DGU.

Ausgezeichnet wurde eine wissenschaftlich hervorragende Arbeit im Bereich der Kontinenzversorgung bei Kindern und Jugendlichen, die zur Verbesserung des Wissensstandes und der Patientenversorgung auf den Gebieten Stoma, Inkontinenz und Wundversorgung beigetragen hat.

Die nominierten Arbeiten im Überblick

Urotherapeutische Konzepte:

  • Dr. Christoph Schad, Nürnberg: Urotherapeutische Konzepte und deren Effektivität
  • Dr. Eva Haarländer-Weikert, Nürnberg: Urotherapeutische Konzepte und deren Effektivität

Diagnostik und Therapie:

  • Dr. Alexandra Wilke, Dresden: Kontrastmittelverstärkte Urosonographie im Rahmen der Videourodynamik
  • Dr. Pirmin Zöhrer, Regensburg: Intravesikaler Einsatz von Oxybutynin bei Kindern unter sechs Jahren mit neurogener Blasenfunktionsstörung
  • Dr. Jonathan Aichner, London: Evaluation verschiedener Aufklärungsmodalitäten der Familien von Spina bifida Patienten
  • Grete Myrna, Dresden: Einsatz von Gamification als edukativen Ansatz in der Kindermedizin

Preisträger Dr. Johannes Urban

Letztlich setzte sich Dr. Johannes Urban aus Augsburg mit seiner Arbeit „Mirabegron und Trospiumchlorid bei therapieschwierigen neurogenen Blasen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen” durch. Urban berichtete über seine Erfahrung der letzten vier Jahre, in denen er bei 40 Individuen nach intravesikal unzureichend wirksamer oder nebenwirkungsbehafteter Oxybutynintherapie auf die Kombinationstherapie Trospiumchlorid mit Mirabegron umgestellt hatte.

Ergebnisse der Studie:

  • Positive klinische Ergebnisse
  • Urodynamisch sehr gut dokumentierte Verbesserungen
  • Nebenwirkungsarme Therapie
  • Effektive Kombinationstherapie

Urban schlussfolgerte, dass diese Kombinationstherapie sinnvoll, nebenwirkungsarm und effektiv sei. Auf eine baldige Publikation der Ergebnisse ist zu hoffen! Der Preisträger kündigte an, das Preisgeld für sein humanitäres Projekt in Afrika zu verwenden, was beim Publikum zu großer Begeisterung führte.

Weitere Highlights der JAKU 2026

Andrologie in der Kinderurologie

Die neu in den Arbeitskreis Kinder- und Jugendurologie aufgenommene Urologin und Andrologin Dr. Bettina Scheffer aus der renommierten andrologischen Klinik in Münster sprach zum Thema „Y-Chromosom, Hoden und Pubertät – Die andrologische Sicht auf die Kinderurologie”.

Penile Recovery – Rekonstruktion komplexer Fehlbildungen

Prof. Piet Hoebeke stellte „penile recovery” dar – die Rekonstruktion komplexer Penisfehlbildungen bis hin zum Penisersatz im Erwachsenenalter.

Neue Leitlinie zur Mikrohämaturie

Der Kindernephrologe Prof. Lutz Weber, Vorsitzender der GPN (Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie), fasste die neue und wichtige Leitlinie zum Thema Mikrohämaturie bei Kindern und Jugendlichen zusammen.

Tissue Engineering in der Kinderurologie

PD Dr. Frank-Mattias Schäfer aus Regensburg (Arbeitsgemeinschaft Kinderurologie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie) führte durch die Reise des Tissue Engineerings: „From bench to bedside and back again”.

Aus Erfahrungen lernen – Lebensweisheiten von Prof. Craig Peters

Last but not least war auch diesmal ein Schwerpunkt „Aus Erfahrungen lernen”. Was für ein Glück, dass Prof. Craig Peters bereit war, aus dem Nähkästchen zu plaudern und Lebensweisheiten mit dem Auditorium zu teilen, die man wohl in keinem Lehrbuch oder wissenschaftlichen Artikel finden würde.

Zentrale Botschaften für Karriere und Leben

  • Der Balanceakt von Familie und Beruf
  • Der Fokus auf die nächsten fünf Jahre
  • Die Bemühung um das Wohl der Patienten
  • Stetiges Lernen

Diese waren Hauptpunkte des einmaligen und zutiefst persönlichen Referates mit wegweisenden und fundierten Empfehlungen, nicht nur für junge Kollegen. Man hätte im Auditorium eine Stecknadel fallen hören können, als diese einmalige kinderurologische Persönlichkeit sprach.

Fazit zur JAKU 2026 in Mainz

Rundum war die kinderurologische Jahrestagung 2026 in Mainz von freundschaftlichem Austausch, kollegialen Diskussionen und einem interdisziplinären, vielfältigen wissenschaftlichen Programm geprägt. Dies machte die engagierte Veranstaltung der deutschen Kinderurologen sowohl für junge Assistenten als auch erfahrene Profis zum ersten Highlight des Jahres.

Autoren: Anne-Karoline Ebert, Annette Schröder

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