In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gerade ihre Reformpläne erläutert. Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) – Dres. Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Sibylle Steiner – hat darauf reagiert und warnt vor falschen Hoffnungen.

„Eine Patientensteuerung macht durchaus Sinn. Diejenigen, die sich – und das gilt insbesondere für den Notdienst – an keine Steuerung halten, müssen sich finanziell an den Kosten beteiligen. Das ist konsequent! Eines muss aber auch deutlich gesagt werden: Eine Patientensteuerung stellt keine Kostendämpfungsmaßnahme dar. Merkliche Einsparungen werden sich dadurch nicht erzielen lassen“, unterstreichen die drei Vorstandsmitglieder.
Sowohl der Koordinierungsaufwand als auch die aus der Koordinierung entstehende fachärztliche Inanspruchnahme müsse nach Ansicht der KBV voll vergütet werden. Eine Steuerung könne aber – zudem, wenn sie verbindlich sei – unnötige Wege im Gesundheitswesen reduzieren. „Der Ausbau der schon heute vorhandenen digitalen und telefonischen Dienste rund um die 116117, der von der Ministerin angekündigt wird, geht ebenfalls in die richtige Richtung.“ Klar muss aber sein, so die KBV, dass dieser Ausbau nicht wie bisher alleine aus den Finanzmitteln der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen gestemmt werden darf.
Schon seit langem sind nichtärztliche Professionen unverzichtbar in der täglichen Patientenversorgung. Eine Ausweitung von Aufgaben dürfe aber weder Verantwortlichkeiten verschieben, noch dürfe es zu einer Aushöhlung originär ärztlicher Aufgaben, zu Doppelstrukturen oder neuen Schnittstellen kommen. Das würde den Steuerungsgedanken vollkommen konterkarieren.
Franz-Günter Runkel



