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Nivolumab + Cisplatin: Erste erfolgreiche Immuntherapie in der Erstlinie des Urothelkarzinoms

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Nivolumab + Cisplatin: Erste erfolgreiche Immuntherapie in der Erstlinie des Urothelkarzinoms

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Urothelkarzinom und Harnblasenkarzinom

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Erschienen in: UroForum

Bisher konnte kein neuer Wirkstoff, der zur Erstlinien-Chemotherapie mit Cisplatin hinzugefügt wurde, das Gesamtüberleben von Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Urothelkarzinom verbessern. Beim diesjährigen ESMO wurden jedoch Daten aus der Phase-III-Studie CheckMate-901 vorgestellt, die das ändert.

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Erstmalig führte das Hinzufügen eines weiteren Wirkstoffs (Nivolumab) zur standardmäßigen Erstlinienbehandlung des inoperablen oder metastasierten Urothelkarzinoms mit Cisplatin-basierter Chemotherapie zu einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens. (Symbolbild © SciePro – stock.adobe.com)

Eine Cisplatin-Chemotherapie ist nach wie vor der Therapiestandard in der Erstlinie von Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Uorthelkarzinom. Die Ansprechraten liegen bei über 40 % mit einem medianen Gesamtüberleben (OS; overall survival) von etwa 15 Monaten. Ein dauerhaftes Ansprechen auf die Therapie ist selten [1]. Kein neuer Wirkstoff konnte bislang das Gesamtüberleben der Patienten verbessern, wenn er zur Chemotherapie mit Cisplatin hinzugefügt wurde, obwohl Avelumab in der sequenziellen Erhaltungstherapie für Patienten ohne Anzeichen eines Fortschreitens der Erkrankung zugelassen wurde [1]. Daher besteht in der Erstlinienbehandlung weiterhin ein ungedeckter klinischer Bedarf für die Verbesserung des Outcomes.

Auf dem ESMO 2023 stellte Michiel van der Heijden, Amsterdam, die Ergebnisse von zwei Armen der 4-armigen Phase-III-Studie CheckMate-901 vor. Die offene, randomisierte Studie untersucht in einer Teilstudie die Kombination aus Nivolumab und Cisplatin-basierter Chemotherapie im Vergleich zur Standard-Chemotherapie allein bei Patienten mit unbehandeltem inoperablem oder metastasiertem Urothelkarzinom [2]. 608 Patienten, die für eine Cisplatin-Chemotherapie infrage kamen, wurden randomisiert und erhielten eine von zwei Therapien:

  • Nivolumab 360 mg + Chemotherapie alle 3 Wochen für bis zu 6 Zyklen, anschließend Nivolumab 480 mg alle 4 Wochen bis zur Progression der Erkrankung oder inakzeptabler Toxizität [3].
  • Chemotherapie allein alle 3 Wochen für bis zu 6 Zyklen [3].

Die primären Endpunkte der Teilstudie waren das OS und das progressionsfreie Überleben (PFS; progression-free survival) [3].

304 Patienten wurden auf jeden Behandlungsarm randomisiert. Unter der Kombinationstherapie aus Nivolumab und Cisplatin zeigte sich nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 33,6 Monaten eine signifikante Verbesserung des OS (Hazard Ratio [HR] 0,78; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,63–0,96; p = 0,0171) sowie des PFS (HR 0,72; 95%-KI: 0,59–0,88; p = 0,0012) [3]. Die explorativen Endpunkte der objektiven Ansprechrate (ORR; overall response rate) bzw. vollständiges Ansprechen (CR; complete response) lagen bei 57,6 % bzw. 21,7 % unter Nivolumab + Chemotherapie und bei 43,1 % bzw. 11,8 % unter alleiniger Chemotherapie. Die mediane Dauer des CR (95%-KI) lag bei 37,1 Monaten (18,1–nicht messbar) für die Kombinationstherapie und bei 13,2 Monaten (7,1–18,4) für die alleinige Chemotherapie [3]. Unerwünschte Nebenwirkungen des Grades 3 oder höher traten bei 61,8 % der Patienten unter der Kombinationstherapie auf vs. 51,7 % der Patienten unter Chemotherapie [3].

Fazit

Damit zeigte die Kombination aus Nivolumab und Cisplatin-basierter Chemotherapie eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung bei OS und PFS im Vergleich zur Chemotherapie allein als Erstlinienbehandlung für das inoperable oder metastasierte Urothelkarzinom. Dabei sind keine neuen Toxizitätssignale aufgetreten. Nivolumab + Cisplatin-Chemotherapie ist die erste Kombination aus Immuncheckpoint-Inhibitor und Chemotherapie in der Erstlinienbehandlung, die das OS in diesem Setting verbessern kann. Die Ergebnisse könnten zu einem neuen Standard-of-Care für diese Patienten führen.

Theresa Hübner

Literatur:

  1. Sayyid RK. (https://www.urotoday.com/conference-highlights/esmo-2023/esmo-2023-bladder-cancer/147541-esmo-2023-checkmate-901-nivolumab-plus-gemcitabine-cisplatin-versus-gemcitabine-cisplatin-alone-for-previously-untreated-unresectable-or-metastatic-urothelial-carcinoma-phase-3-results.html). Zugegriffen am 17.11.2023
  2. Opdivo (nivolumab) in Combination with Cisplatin-Based Chemotherapy Shows Overall Survival and Progression-Free Survival Benefit for Cisplatin-Eligible Patients with Unresectable or Metastatic Urothelial Carcinoma in the Phase 3 CheckMate -901 Trial. Pressemitteilung von Bristol Myers Squibb vom 07.11.2023. (https://news.bms.com/news/details/2023/Opdivo-nivolumab-in-Combination-with-Cisplatin-Based-Chemotherapy-Shows-Overall-Survival-and-Progression-Free-Survival-Benefit-for-Cisplatin-Eligible-Patients-with-Unresectable-or-Metastatic-Urothelial-Carcinoma-in-the-Phase-3-CheckMate–901-Trial/default.aspx). Zugegriffen am 17.11.2023
  3. Van der Heijden MS et al. ESMO 2023, 20.–24. Oktober 2023, Madrid. LBA7

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