Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung haben das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg, die Universität Heidelberg, das Universitätsklinikum Heidelberg, die Stadt Mannheim und das Universitätsklinikum Mannheim den Start des Verbunds der beiden Universitätsklinika in Heidelberg und Mannheim begangen. Die beiden urologischen Universitätskliniken müssen nun zueinander finden.
Es geht durchaus um urologische Prominenz, die hier unter einem Verbund-Dach kooperieren soll. Prof. Maurice Stephan Michel ist Direktor der Klinik für Urologie und Urochirurgie der Universitätsmedizin Mannheim; sein Gegenpart Prof. Dr. med. Dr. phil. Johannes Huber leitet die Urologische Universitätsklinik (Urologie, Kinderurologie und Poliklinik) des Universitätsklinikums Heidelberg. Das sind zwei „große Tanker“ der deutschen Urologie, die nun im Verbund unfallfrei durch die Untiefen des Gesundheitsmarktes gesteuert werden müssen.
Vertragsunterzeichnung im Sonderzug
Auf einer gemeinsamen Fahrt von Mannheim nach Heidelberg in einem Sonderzug unterzeichneten Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Einrichtungen symbolisch die Verträge, die den Verbund der beiden Häuser besiegeln. Den Abschluss bildete eine Feierstunde im Hörsaal der Kopfklinik auf dem Medizin-Campus in Heidelberg mit rund 400 geladenen Gästen aus Politik und Gesundheitswesen sowie Förderern und Mitarbeitenden der beiden Universitätsklinika.
Uniklinikum Heidelberg übernahm Mehrheit der Mannheimer Gesellschaftsanteile

Offiziell hat die Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) AöR die Mehrheit der Gesellschaftsanteile der Universitätsklinikum Mannheim GmbH von der Stadt Mannheim zum 1. Januar 2026 übernommen. Mit dem Verbund entsteht eines der größten Universitätsklinika Europas. Gemeinsam mit der Exzellenzuniversität Heidelberg, ihren beiden Medizinischen Fakultäten in Heidelberg und Mannheim sowie der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim soll der Verbund den Gesundheits- und Medizinstandort der Region Rhein-Neckar stärken, so die Politik. Die Leitung des Verbunds hat Prof. Hanns-Peter Knaebel als Vorsitzender des mit ihm nun sechsköpfigen Vorstands des UKHD am 1. Januar übernommen. Prof. Knaebel soll die strategische Ausrichtung beider Häuser steuern. Die medizinische Leitung wird in den Händen eines Vorstands Medizin liegen. Dieser wird Leitende Ärztliche Direktorin/Leitender Ärztlicher Direktor im Vorstand des UKHD und gleichzeitig Medizinische Geschäftsführerin/Medizinischer Geschäftsführer am Universitätsklinikum Mannheim sein.
Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, zeigte sich erfreut: „Es ist mir eine große Freude, dass wir heute gemeinsam den offiziellen Start des Klinikverbunds feiern.
Hinter uns liegen anstrengende Jahre der Verhandlungen. Aber was wir erreicht haben, macht mich stolz und sehr zuversichtlich. Wir haben ein medizinisches Vorzeigemodell geschaffen, das Lehre, Forschung und Versorgung auf ein neues Qualitätsniveau heben – und auch international große Beachtung finden wird. Eine neue Leitungsstruktur mit dem Vorstandsvorsitzenden Hanns-Peter Knaebel an der Spitze wird die nächsten Schritte des Zusammenwachsens umsetzen. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten von den beiden Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim sowie der Universität Heidelberg und der Stadt Mannheim, aber gerade auch den Beschäftigten, die die herausragende Stärke der beiden Standorte ausmachen. Gemeinsam wird der Verbund die so dringend benötigten Ärztinnen und Ärzte der Zukunft auf höchstem Niveau ausbilden und daran arbeiten, Volkskrankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden früher und besser zu erkennen und so wirksamer behandeln zu können. Davon werden wir alle profitieren.“
Urologische Kliniken sollen sich komplementär spezialisieren
Im Verbund sollen sich die medizinischen Fachabteilungen nach Darstellung des Wissenschaftsministeriums komplementär spezialisieren und das Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Verfahren erweitern. Man darf gespannt sein, was dies für die beiden Urologischen Kliniken bedeuten wird. Von geschärften Profilen profitieren auch Lehre und Forschung. Die Fusion der Medizinischen Fakultäten der Universität Heidelberg in Heidelberg und Mannheim ist für 2027 geplant. Gleichzeitig können in Verwaltungs-, Infrastruktur- und Versorgungsbereichen Ressourcen gemeinsam genutzt werden und Synergieeffekte die Wirtschaftlichkeit der Einrichtungen verbessern.

In Kooperation mit universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Industrie sollen wissenschaftliche Erkenntnisse zudem schneller als bisher für die Patientinnen und Patienten zugänglich gemacht werden.
Mit dem Verbund entsteht eines der größten Universitätsklinika in Europa. 90 spezialisierte Fachkliniken mit rund 2.800 Betten versorgen pro Jahr mehr als 100.000 Patientinnen und Patienten stationär und knapp 1,5 Millionen Menschen ambulant. Mit mehr als 20.000 Mitarbeitenden ist der Verbund einer der größten Arbeitgeber der Region. Zusammen mit den zugehörigen Ausbildungsakademien in Heidelberg und Mannheim ist er zugleich eine der größten Ausbildungsstätten mit mehr als 25 klinischen und nicht klinischen Ausbildungsberufen. Zusammen erwirtschaften die Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim jährlich einen Umsatz von 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro. Die Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim sind eng mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg verknüpft. Dazu kommen mehrere Kooperationseinrichtungen wie das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg.
In Zeiten von Geldmangel, Fachkräftemangel und ungünstiger Demografie ist die Bildung großer stationärer Einrichtungen zwangsläufig. Das gilt nicht nur für Universitätskliniken.
Es grüßt Sie herzlich Ihr Franz-Günter Runkel, Chefreporter UroForum



