Urologie » Sonstiges

»

Urologen halten Versorgungs-Einschnitte nach enttäuschendem OW-Anstieg für unvermeidlich

Urologen halten Versorgungs-Einschnitte nach enttäuschendem OW-Anstieg für unvermeidlich

Berufspolitik

Urologie

Sonstiges

2 MIN

Erschienen in: UroForum

Nach wochenlangen Verhandlungen zur Finanzierung der ambulanten Versorgung haben sich KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss auf eine geringe Anhebung des Orientierungswertes um 2,8 % zum 1. Januar 2026 geeinigt. Eine kleine Umfrage auf dem DGU-Kongress zeigte, wie diese Zahl an der Basis angekommen ist.

Als verantwortbares Ergebnis hat der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen den geringen Anstieg des Orientierungswertes für 2026 interpretiert. (Foto: KBV)
Als verantwortbares Ergebnis hat der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen den geringen Anstieg des Orientierungswertes für 2026 interpretiert. (Foto: KBV)

„Die erzielte Einigung ist ein Kompromiss, der uns nicht leichtgefallen ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen. Angesichts der äußerst schwierigen Rahmenbedingungen und der aktuellen Diskussion um Spargesetze und Nullrunden sei es insgesamt ein positives Ergebnis. Beide Seiten hätten gemeinsam Verantwortung übernommen, fuhr Gassen fort. Die Steigerung des Orientierungswertes (OW) federe die Kostensteigerungen der Praxen ab. Und das Ergebnis zeige, dass die ambulante Versorgung das Rückgrat der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in Deutschland sei.

Vor dem Hintergrund einer schwierigen Finanzsituation der gesetzlichen Krankenversicherung, nicht zuletzt durch die unerhörte Belastung der Beitragszahler durch versicherungsfremde Leistungen, stelle die Einigung gleichzeitig ein klares Signal an die Politik dar: „Die gemeinsame Selbstverwaltung ist aktiv und auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen voll handlungsfähig“, betonte Gassen. Mit dem Plus von 2,8 % beträgt der Orientierungswert laut KBV ab 1. Januar 12,7404 Cent (aktuell: 12,3934 Cent). Die Erhöhung wirkt sich auf die Preise der EBM-Leistungen aus, die entsprechend steigen. In der Begründung des Beschlusses ist zum zweiten Mal in Folge explizit die Berücksichtigung des ärztlichen Leistungsanteils im Rahmen des Verfahrens zur Anpassung des OW festgehalten worden. Dieses Thema wurde in der Vergangenheit kontrovers im Bewertungsausschuss gesehen.

Mit weniger Verständnis hat die urologische Basis auf die geringe OW-Steigerung reagiert. Eine nicht repräsentative Zufalls-Umfrage unter niedergelassenen Urologen aus verschiedenen Regionen Deutschlands auf dem DGU-Kongress in Hamburg ergab eine enttäuschte Reaktion. Mehrheitlich kündigten die Urologinnen und Urologen Konsequenzen für die Versorgung an, vor allem weniger GKV-Termine und eine verstärkte Verlagerung auf privatärztliche Leistungen.

Bildquelle: onephoto – adobe.stock.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Arzt in OP-Kleidung bereitet eine endoskopische Untersuchung fuer die BALDIKA-Studie vor

BALDIKA-Studie gestartet

News

Die BALDIKA-Studie untersucht, ob ein medikamentenbeschichteter Ballondilatationskatheter (DCB, u. a. mit Paclitaxel) bei kurzstreckigen Rezidivstrikturen der anterioren Harnröhre besser wirkt als der heutige Standard, die Urethrotomia Interna. 456 Männer werden randomisiert und verblindet behandelt, mit einjährigem Follow-up – Rekrutierung läuft seit März 2026.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
Aelterer Mann im gespraech mit Aerztin ueber seinen individuellen Testosteron Wohlfuehlwert

„Jeder Mann hat seinen individuellen Testosteron-Wohlfühlwert”

Fachartikel

Testosteronmangel hat viele Gesichter – von Libido- und Antriebverlust bis zu Schlafstörungen, depressiver Stimmung und erektiler Dysfunktion. Prof. Dr. Frank Sommer erklärt im Interview, warum starre Grenzwerte oft wenig aussagen und weshalb jeder Mann einen individuellen Testosteron-„Wohlfühlwert“ haben kann. Für die Praxis heißt das: Therapieintervalle personalisieren.

Urologie

Sonstiges

Beitrag lesen
In die Hoehe gereckte Haende mit medizinischen Handschuhen vor blauem Himmel als Symbol fuer Forderungen des medizinischen Personals waehrend Gesundheitsminister ueber das GKV-Gesetz sprechen

Gesundheitsminister des Bundes und der Länder sprechen heute über GKV-Gesetz

Berufspolitik

Vor der heute beginnenden Gesundheitsminister-Konferenz des Bundes und der Länder wächst der Widerstand in der ambulanten Versorgung und in den Krankenhäusern gegen das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. So plant der.di heute in Hannover eine Kundgebung.

Urologie

Berufspolitik

Beitrag lesen