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Uroonkologie: Lebensstil und Komplementärmedizin als Therapie und Prävention

Illustration von Gesundheitsförderung mit Fokus auf Ernährung, Sport und Yoga in einer natürlichen Umgebung.

Quelle: © Ghina - stock.adobe.com

Uroonkologie: Lebensstil und Komplementärmedizin als Therapie und Prävention

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Urologie

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mgo medizin Redaktion

Verlag

12 MIN

Erschienen in: UroForum

Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils mit einer ausgewogenen, gesundheitsfördernden Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität rückt zunehmend in den Fokus zur Prävention und Therapie urologischer Tumoren. Evidenzbasierte Daten deuten darauf hin, dass eine solche Lebensstilgestaltung das Risiko für urologische Tumoren senken und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann. Für eine wirksame Prävention und Therapie sollten dabei individuelle Risikoprofile, tumorspezifische und entzündungsbedingte Faktoren, wie das Ausmaß von Gewichtsverlust und Muskelabbau, gezielt berücksichtigt werden.

Modifizierbare Lebensstilfaktoren in der Prävention urologischer Tumoren

In der Prävention urologischer Tumorerkrankungen spielen modifizierbare Lebensstilfaktoren, insbesondere Ernährung und körperliche Aktivität, eine zentrale Rolle. Nachweislich hat eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung, vorwiegend in Form der mediterranen Ernährungsweise, nicht nur eine gewichtsstabilisierende, sondern auch die am besten untersuchte anti-inflammatorische Wirkung.

In Kombination mit regelmäßiger körperlicher Aktivität, die den Erhalt der Muskelmasse und der körperlichen Leistungsfähigkeit fördert, kann sie chronisch-entzündliche Prozesse weiter reduzieren und das Risiko für chronisch-entzündliche Erkrankungen, einschließlich urologischer Tumoren, signifikant senken.

Eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbasierte Ernährung mit ballaststoffreichen und antientzündlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukten bildet dabei die Grundlage. Ballaststoffe tragen wesentlich zur Darmgesundheit bei, da sie eine ausgewogene Darmmikrobiota fördern, die unter anderem entzündungshemmend wirken kann. Zudem verkürzen Ballaststoffe die Darmpassagezeit und verringern dadurch den Kontakt der Darmschleimhaut mit potenziell karzinogenen Substanzen [1].

Ergänzend dazu sollten hochwertige Fettquellen wie pflanzliche Öle und Nüsse in den Speiseplan integriert werden, da sie Polyphenole und Omega-3-Fettsäuren enthalten, die potenziell entzündungshemmende und protektive Wirkungen entfalten können.

Besonders positiv wirkt sich Olivenöl aus, da es zahlreiche Polyphenole enthält, die antioxidative und zellschützende Eigenschaften besitzen [2]. Besonders relevant sind ebenfalls Proteinquellen von hoher Qualität, wie Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte, Fisch oder Geflügel. Proteine sind dabei besonders für den Erhalt der Muskelmasse relevant, was wiederum das Krebsrisiko beeinflussen kann.

So korreliert eine reduzierte Muskelmasse mit einem erhöhten Risiko für Krebs, da ein geringerer Muskelanteil häufig mit Entzündungsprozessen, Insulinresistenz und einer schlechteren Immunfunktion einhergeht [3, 4].

Ebenso bedeutsam sind die Vermeidung von Adipositas, der begrenzte Konsum von Alkohol sowie ein maßvoller Umgang mit rotem Fleisch. Insbesondere verarbeitetes Fleisch sollte möglichst vollständig gemieden werden, da der Verzehr mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Tumorarten in Verbindung gebracht wird [5].

Auch körperliche Aktivität kann das Krebsrisiko beeinflussen. So gibt es Hinweise, dass eine regelmäßige sportliche Freizeitaktivität mit einem geringeren Gesamtkrebsrisiko verbunden ist [6].

Für urologische Tumoren lassen sich verschiedene ernährungsbezogene Zusammenhänge nachweisen, die überwiegend über anti-oxidative, anti-inflammatorische und zellprotektive Mechanismen wirken. Bestimmte bioaktive Pflanzenstoffe, wie Carotinoide (z. B. Lycopin aus Tomaten) und Isoflavone (z. B. aus Sojaprodukten), zeigen in experimentellen Studien Hinweise auf eine Reduktion von Tumorinitiation und -progression beim Prostatakarzinom [7, 8].

Ebenso werden Isothiocyanate aus Kreuzblütlern wie Brokkoli, Blumenkohl oder Rucola mit einer geringeren Rezidivrate beim Harnblasenkarzinom in Verbindung gebracht, da sie entgiftende Enzyme aktivieren, oxidativen Stress reduzieren und das Tumorzellwachstum hemmen [9].

Auch für das Nierenzellkarzinom sind ernährungsabhängige Risikofaktoren beschrieben. Ein hoher Natriumkonsum, insbesondere bei gleichzeitig unzureichender Flüssigkeitszufuhr, ist mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko assoziiert [10].

Diese Beobachtung gewinnt vor dem Hintergrund des zunehmenden Konsums stark verarbeiteter Lebensmittel an Bedeutung, da diese häufig große Mengen Salz sowie weitere gesundheitlich nachteilige Zusatzstoffe enthalten [11]. Entscheidend ist jedoch nicht der isolierte Verzehr einzelner Nahrungsmittel, sondern die Gesamtheit des Ernährungsmusters.

Eine pflanzenbetonte, abwechslungsreiche Kost mit frischen, regionalen und wenig verarbeiteten Lebensmitteln liefert ein breites Spektrum schützender Mikronährstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe, deren synergistische Wirkung nicht durch Supplemente ersetzt werden kann.

Im Gegenteil deuten mehrere Studien darauf hin, dass eine übermäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem erhöhten Risiko und einer ungünstigeren Prognose für unter anderem Prostatakrebs verbunden ist [12, 13].

Neben einer ausgewogenen Ernährung spielt körperliche Aktivität eine zentrale Rolle in der Prävention urologischer Tumoren. Übergewicht und Adipositas werden mit einem erhöhten Risiko insbesondere für Nierenzellkarzinome sowie aggressiveren Verlaufsformen des Prostatakarzinoms in Verbindung gebracht [14].

Zunehmend zeigt sich, dass die weit verbreitete „sedentary situation“, die lang andauernde sitzende Tätigkeiten und Bewegungsmangel beschreibt, ein eigenständiger Risikofaktor ist und häufig mit einer unausgewogenen, kalorienreichen Ernährung zusammentrifft.

Dieses Zusammenspiel trägt wesentlich zur Zunahme von Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung bei und erhöht dadurch das Risiko für chronische Erkrankungen [15].

Regelmäßige körperliche Aktivität kann dem entgegenwirken und das Risiko für urologische Tumoren senken, die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und die Lebensqualität erhöhen.

Die schützenden Effekte der Bewegung beruhen vor allem auf der Reduktion von Körperfett, der Verbesserung der Insulinsensitivität sowie auf einer günstigen Modulation hormoneller und entzündlicher Prozesse [16, 17].

Insgesamt verdeutlichen diese Erkenntnisse, dass eine pflanzenbetonte Ernährung in Kombination mit einem aktiven und ausgewogenen Lebensstil einen wichtigen Beitrag zur Prävention urologischer Tumorerkrankungen leisten kann.

Kombinierte Ernährungs- und Bewegungstherapie bei aktiver Tumorerkrankung

Ernährungstherapie: Den katabolen Stoffwechsel stabilisieren und Mangelzustände vermeiden

Bei einer aktiven Tumorerkrankung verändern sich die ernährungsphysiologischen Anforderungen deutlich. Tumorassoziierte Stoffwechselveränderungen und Entzündungsprozesse führen häufig zu einem erhöhten Energie- und insbesondere Eiweißbedarf.

Durch die entzündungsbedingte Stoffwechselaktivierung gerät der Körper in einen katabolen Zustand, der als Tumorkachexie bezeichnet wird: Durch diese systemische Entzündung werden vor allem Muskelproteine abgebaut, um Energie und Nährstoffe für die Tumorzellen bereitzustellen. Dieser Muskelabbau ist klinisch hochrelevant.

Nachweislich verschlechtert ein Verlust an Muskelmasse den Krankheitsverlauf, erhöht das Risiko für therapiebedingte Nebenwirkungen und reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit [18]. Operative Eingriffe und / oder tumorspezifische Therapien können den katabolen Zustand und somit den Energie- und Proteinbedarf weiter steigern.

Eine ausreichende Eiweißzufuhr ist entscheidend, um dem Verlust von Muskelmasse und Körpergewicht vorzubeugen und damit einer Tumorkachexie entgegenzuwirken. Während für gesunde Erwachsene eine tägliche Eiweißzufuhr von etwa 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen wird, kann der Bedarf bei Tumorpatientinnen und -patienten auf 1,2 bis 1,5 g / kg ansteigen.

Besonders ausgeprägt sind katabole Stoffwechselzustände wie z. B. bei Pankreaskarzinom, bei denen die Proteinzufuhr auf bis zu 2 g pro Kilogramm Körpergewicht gesteigert werden muss, um den massiven Eiweißverlust zu kompensieren.

Abb. 1: Ursachen für einen erhöhten Eiweißbedarf bei Tumorpatienten 
Mit BioRender.com erstellt
Abb. 1: Ursachen für einen erhöhten Eiweißbedarf bei Tumorpatienten
Mit BioRender.com erstellt

Für den Erhalt und den gezielten Aufbau von Muskelmasse ist eine ausreichende Zufuhr an anabolen Proteinen entscheidend. Gemäß den wissenschaftlichen Daten weisen tierische Lebensmittel eine hohe biologische Wertigkeit auf und stellen essenzielle Aminosäuren in einem optimalen Verhältnis bereit.

Milchprodukte, Eier, Fisch und mageres Fleisch gelten daher als besonders geeignete Eiweißquellen, um die Muskelproteinsynthese effektiv zu unterstützen. Pflanzliche Eiweißquellen, wie beispielsweise Hülsenfrüchte, oder Sojaprodukte können die Eiweißzufuhr zusätzlich steigern.

Die alleinige Deckung des Proteinbedarfs über pflanzliche Quellen ist jedoch insbesondere während einer aktiven Tumorerkrankung oft schwierig, da deren Aminosäurenprofil und Verfügbarkeit für den Muskelaufbau weniger günstig sind. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Ernährung bei Patientinnen und Patienten mit Nierenzellkarzinom, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion.

In diesen Fällen sollte die Eiweißzufuhr individuell angepasst werden, um eine zusätzliche Belastung der Nieren zu vermeiden, ohne das Risiko einer Mangelversorgung zu erhöhen [19].

Einzelne Nahrungsbestandteile wie Isoflavone, Granatapfel-Extrakte, Leinsamen oder Epigallocatechingallat (EGCC aus grünem Tee) werden häufig als unterstützende Mittel bei Krebserkrankungen diskutiert. Ihre Wirksamkeit ist jedoch bislang nicht eindeutig belegt. Die S3-Leitlinie für Komplementärmedizin [20] bietet hierzu eine evidenzbasierte Übersicht und sollte grundsätzlich vor dem Einsatz solcher Präparate konsultiert werden.

Besonders bei Prostatakrebs existieren zahlreiche Empfehlungen, die auf potenziell protektive Effekte einzelner Substanzen verweisen. Nach aktueller Datenlage gibt es jedoch keine ausreichenden Belege dafür, dass die isolierte Einnahme von Supplementen dieser Art den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst oder Nebenwirkungen wie der Androgendeprivation verringert.

Auch spezielle Diäten wie eine kohlenhydratreduzierte Ernährung („Low-Carb-Diät“) können derzeit nicht zur Verzögerung des Tumorwachstums empfohlen werden. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen isolierten Extrakten und natürlichen Lebensmitteln.

Abb. 2: Einfluss von regelmäßiger körperlicher Aktivität auf die Tumormikroumgebung 
Mit BioRender.com erstellt
Abb. 2: Einfluss von regelmäßiger körperlicher Aktivität auf die Tumormikroumgebung
Mit BioRender.com erstellt

Die negativen Einflüsse auf die Gesundheit und den Krankheitsverlauf beziehen sich ausschließlich auf konzentrierte oder supplementierte Substanzen, nicht jedoch auf den Verzehr von Lebensmitteln, die diese Inhaltsstoffe in natürlicher Form enthalten. Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung bleibt somit die sinnvollste und sicherste Strategie zur Unterstützung der allgemeinen Stoffwechsel- und Therapietoleranz.

Während einer Krebserkrankung treten häufig Mikronährstoffdefizite auf. Besonders relevant können Mängel an Vitamin D, Eisen, Zink und Vitamin B12 sein, da diese Substanzen eine zentrale Rolle in der Immunfunktion, Blutbildung, Muskelfunktion sowie beim Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit spielen.

Ursachen solcher Defizite können Appetitlosigkeit, veränderte Resorptionsbedingungen, Nebenwirkungen der Therapie oder eine einseitige Ernährung sein. Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte der Vitamin-D-Spiegel regelmäßig kontrolliert werden, da bei dieser Gruppe eine erhöhte Prävalenz von Vitamin-D-Mangel besteht [20].

Eine gezielte Supplementierung kann bei einem nachgewiesenen Mangel sinnvoll sein, sollte jedoch stets auf einer labordiagnostisch gesicherten Mangelkonstellation basieren und in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt oder der Ernährungsfachkraft erfolgen.

Von einer eigenständigen Einnahme hochdosierter Präparate ist ausdrücklich, wie in der S3-Leitlinie zu Ernährung und Ernährungsmedizin in der Onkologie, abzuraten, da Überdosierungen unerwünschte Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit onkologischen Therapien verursachen können [21].

Zusammenfassend ist eine individuell angepasste Ernährungstherapie während einer aktiven Tumorerkrankung entscheidend, um den Stoffwechsel zu stabilisieren, Muskelabbau zu verhindern und die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Eine ausreichende Eiweißzufuhr und die gezielte Korrektur von Mikronährstoffdefiziten sind dabei zentral.

Supplemente sollten nur bei nachgewiesenem Mangel und in Abstimmung mit dem ärztlichen und ernährungstherapeutischen Team eingesetzt werden. Eine regelmäßige ernährungsmedizinische Betreuung unterstützt den Therapieerfolg und verbessert die Lebensqualität nachhaltig.

Bewegungstherapie: Muskelmasse erhalten und aufbauen – Myokine als hormonell aktive Mediatoren

Neben der Ernährung spielt auch die körperliche Aktivität eine zentrale Rolle in der Unterstützung von Patientinnen und Patienten während einer Tumorerkrankung. Die vielfältigen physiologischen und klinischen Effekte regelmäßiger Bewegung sind gut belegt.

Regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining, kann dazu beitragen, den Muskelstatus zu stabilisieren, die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern, Fatigue zu reduzieren und insgesamt die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern [22]. Die Skelettmuskulatur wirkt dabei nicht nur als mechanisches Organ, sondern auch als endokrines Organ, das sogenannte Myokine sezerniert.

Diese Botenstoffe entfalten systemische anti-inflammatorische, immunmodulatorische und metabolisch protektive Effekte, die sowohl in der Tumorprävention als auch während der onkologischen Therapie von Bedeutung sind [23]. Diese positiven Wirkungen sind sowohl für Patientinnen und Patienten während der akuten Therapiephase als auch in der Nachsorge relevant, da sie die Funktionsfähigkeit erhalten und die Selbstständigkeit im Alltag fördern.

Für Patientinnen und Patienten mit spezifischen Komplikationen, wie zum Beispiel Knochenmetastasen, sind standardisierte Trainingsprogramme häufig nicht ausreichend.

In solchen Fällen können innovative Methoden wie ein Ganzkörper-EMS-Training (Elektromyostimulation) eingesetzt werden, um die Muskulatur schonend zu aktivieren und gleichzeitig die Belastung der Knochen zu minimieren [24, 25].

Abb. 3: EMS-Training im Hector-Center für Ernährung, Bewegung und Sport des Uniklinikums Erlangen.
Abb. 3: EMS-Training im Hector-Center für Ernährung, Bewegung und Sport des Uniklinikums Erlangen.

Eine Ganzkörper-EMS umfasst die gleichzeitige Aktivierung großer Muskelgruppen durch elektrische Impulse, die über spezielle Anzüge oder Elektrodenpads auf den Körper übertragen werden.

Durch diese gezielte Stimulation können sowohl Kraft- als auch Ausdauerreize erzeugt werden, ohne die Gelenke oder Knochen übermäßig zu belasten. Die Elektroden werden so platziert, dass alle großen Muskelgruppen, einschließlich Rumpf, Rücken, Beine und Arme, gleichzeitig stimuliert werden.

Das Training umfasst meist kurze, intensive Impulsphasen, die mit leichten Bewegungen kombiniert werden, um die Effektivität zu erhöhen und die Muskeln gleichzeitig funktionell zu beanspruchen.

Darüber hinaus zeigen neuere Untersuchungen, dass auch hochintensives Intervalltraining (HIIT) bei onkologischen Patientinnen und Patienten – unter fachlicher Aufsicht – eine sichere und wirksame Option darstellen kann, um die kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit und den metabolischen Status zu verbessern [26].

Unabhängig von der Trainingsform müssen die Intensität und die Art des Trainings individuell an den Gesundheitszustand, die Therapiephase und die persönliche Belastbarkeit angepasst werden.

Eine enge Abstimmung mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten sowie Physiotherapeutinnen und -therapeuten ist dabei unerlässlich, um Risiken zu minimieren und die Effektivität des Trainings zu maximieren.

Insgesamt unterstreichen diese Erkenntnisse, dass körperliche Aktivität ein essenzieller Bestandteil einer ganzheitlichen Tumortherapie ist. Über die Ausschüttung von Myokinen entfaltet die Muskulatur antiinflammatorische und immunmodulatorische Effekte.

Innovative Trainingsformen wie Elektromyostimulation (EMS) und hochintensives Intervalltraining (HIIT) können ergänzend zur klassischen Bewegungstherapie die Muskelmasse erhalten, die körperliche Funktion verbessern und die Lebensqualität onkologischer Patientinnen und Patienten nachhaltig fördern.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Ernährungs- und Bewegungsinterventionen bei urologischen Tumoren immer individuell angepasst werden sollten. Die Auswahl und Umsetzung geeigneter Maßnahmen hängen dabei nicht nur von der Tumorart und dem Tumorstatus ab, sondern auch von therapiebedingten Nebenwirkungen, dem allgemeinen Gesundheitszustand sowie vorhandenen Begleiterkrankungen.

Nur durch diese individualisierte Herangehensweise können die Interventionen optimal zur Unterstützung der Behandlung, zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Erhaltung der Lebensqualität beitragen.

Verena Ohse, Hans Joachim Herrmann, Yurdagül Zopf

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