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UroSkop: Vor dem DGU-Kongress in Hamburg ist viel Druck im Urologie-Kessel

UroSkop: Vor dem DGU-Kongress in Hamburg ist viel Druck im Urologie-Kessel

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Erschienen in: UroForum

In drei Wochen öffnet der 77. DGU-Kongress seine Türen im Congress Center Hamburg. Vor diesem Jahresereignis der Urologie kumulieren sich in der Urologie wie in der gesamten Medizin die Mangel-bedingten Probleme. Das UroSkop gibt einen Überblick.

DGU-Präsident Prof. Bernd Wullich stellt „seinen“ Kongress in Hamburg unter das Leitthema der Nachhaltigkeit. (Foto: DGU)
DGU-Präsident Prof. Bernd Wullich stellt „seinen“ Kongress in Hamburg unter das Leitthema der Nachhaltigkeit. (Foto: DGU)

Schwindende Ressourcen an Geld und Personal müssen heute, morgen und übermorgen ausreichen, um die Urologie in Bewegung zu halten. Da setzt der 77. DGU-Kongress demnächst in Hamburg auf konservative Werte wie Solidarität und Nachhaltigkeit, mögen sie vor allzu disruptiven Veränderungen bewahren.

DGU plant praktische Projekte zur Nachhaltigkeit

DGU-Präsident Prof. Bernd Wullich stellt „seinen“ Kongress in Hamburg unter das Leitthema der Nachhaltigkeit. Der Erlangener Klinikdirektor hat kürzlich die Arbeitsgemeinschaft „Nachhaltigkeit und Ökonomie“ der DGU aus der Taufe gehoben. Wullich selbst hat den Vorsitz des 13-köpfigen Gremiums übernommen. Im Zuge der DGU-Nachhaltigkeitsstrategie plant die Fachgesellschaft konkrete Pilotprojekte. Sie arbeitet mit Partnern wie KLUG (Deutsche Allianz für Klimawandel und Gesundheit), dem Fraunhofer Institut und der Firma Bruhn und Partner zusammen. Ziel ist es, vorhandenes Wissen zu bündeln, neue Evidenz zu schaffen und praktische Veränderung zu ermöglichen.

Der Reformstreit in der Bundesregierung

Während CDU/CSU bereits den heißen Atem der sogenannten Alternative für Deutschland hinter sich oder – die jüngste FORSA-Umfrage behauptet es – bereits vor sich spüren, ringt die Koalition der unvereinbaren Partner noch um eine Lösung zwischen Rotstift und Spendierhosen. Eine bezahlbare Gesundheit ist die politische Zeitbombe des Kabinetts Merz. Wenn sie hochgehen sollte, ist vielleicht nicht nur diese Regierungskoalition am Ende. Am Montagnachmittag trafen sich CDU und CSU, um sich ihrer Sparziele im Sozialsystem zu vergewissern. Die Botschaft an den Koalitionspartner SPD ist unüberhörbar. Schwarz-Rot steht vor einer Krise.

Termin-Streit offenbart die Probleme

Wie unter einem Brennglas zeigt die wüste Schlägerei um die privaten und gesetzlichen Termine beim Facharzt, wo die Lunte am Explosiv-Fass Gesundheitssystem glimmt. Freies Unternehmertum in der Facharzt-Praxis hat eben noch nie so schrecklich gut zu einer sozialen und solidarisch finanzierten Krankenversicherung gepasst. Die privatärztliche Praxis passt zum Privatunternehmer Arzt, die fast behördliche oder oft angestellte Kassenarztpraxis zur Solidarversicherung. Es tut mir leid, aber der vertragsärztliche Umsatz einer Kassenpraxis hat eben nur mittelbar mit freiem ärztlichem Unternehmertum zu tun. Viele niedergelassene Urologen haben längst die Konsequenz gezogen und orientieren sich mehr und mehr in Richtung Privatmedizin.

Notaufnahmen werden zum Ventil für den Überdruck im Gesundheitssystem

Der unbefriedigte Termindruck in der Facharztpraxis macht sich immer stärker Luft in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Dort stranden neben wirklichen Notfällen auch die frustrierten GKV-Terminwartenden aus der Kassenpraxis, weil es im Krankenhaus keine Begrenzung der Behandlung gibt. Jetzt aber wird auch dort der Druck zu groß, sodass man über eine digitalisierte Reform der Notfallversorgung nachsinnt. Der Chatbot soll den Überdruck entweichen lassen. Der All-You-Can-Eat-Patient wird sinnvoll ins Leere geleitet, aber was ist mit dem wirklichen Notfall?

Mein Fazit: Es reicht hinten und vorne nicht mehr im Gesundheitssystem. An vielen Schrauben muss gedreht werden: Der Arztkontakt-Appetit der Bürger muss gezügelt werden, die Versorgungslust der zu vielen Krankenkassen muss reduziert werden, der Umsatz-Hunger der Leistungserbringer muss gedämpft werden. Wenn alle Stakeholder ungefähr gleich laut aufheulen, dann ist das Reformziel eines nachhaltigen Gesundheitssystems erreicht.

Bildquelle: 4kclips – adobe.stock.com

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Franz-Günter Runkel
Chefreporter UroForum

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