Menschen mit Adipositas haben ein um 70% höheres Risiko, aufgrund einer Infektionskrankheit – z.B. Influenza, COVID-19, Lungenentzündung, Gastroenteritis, Harnwegsinfektionen sowie Infektionen der Atemwege – hospitalisiert zu werden oder zu versterben. Das ist das Ergebnis einer internationalen Datenauswertung von rund 537.000 Menschen. Aufgrund kontinuierlich steigender Adipositasraten in den westlichen Nationen sei deshalb mit einer Zunahme von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen durch Infektionen zu rechnen, so die Autoren. Aber auch ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Patienten, die neuartige Krebstherapien oder schwere Operationen durchlaufen, haben ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Die Einbindung von Fachärzten der Infektiologie kann hier Überlebenschancen verbessern. Gleichzeitig droht in Deutschland eine erhebliche Schwächung der Infektionsmedizin durch das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) wie z.B. die geplante Streichung der Leistungsgruppe Infektiologie. Zudem endet im Krankenhausentgeltgesetz in diesem Jahr die Förderung der infektiologischen Weiterbildung. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) warnt daher vor einer relevanten Gefährdung der Versorgungsqualität in der Infektionsmedizin.
Literatur: Nyberg ST et al. LANCET 2026 Online first. https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)02474-2/fulltext
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V.



