Die Empfehlungen nationaler wie internationaler klinischer Hypertonie-Leitlinien sollen zu einer standardisierten und zeitgemäßen medizinischen Versorgung und Behandlung beitragen. Insbesondere die S3-NVL-Leitlinie https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-009ist von vielen Ärzten in Deutschland als zentrale Leitlinie akzeptiert. Sie legt unter anderem die Standardbehandlung in der hausärztlichen Versorgung fest und bietet evidenzbasierte Entscheidungshilfen, etwa zur korrekten Blutdruckmessung und zu geltenden Zielwerten.
Wie jetzt eine Praxisbefragung unter 437 niedergelassenen Ärzten ergab, gelten nationale und internationale Hypertonie-Leitlinien allerdings zu umfangreich (67%) und im Praxisalltag nur bedingt umsetzbar (52%). Die Umfrage zeigt ferner, dass die Implementierung mit zahlreichen organisatorischen und technischen Hürden verbunden ist. Häufig scheitert sie an fehlender Zeit, mangelnden Ressourcen und fehlendem Praxisbezug. Die Ergebnisse machen zudem deutlich, dass die Patientenperspektive in den Hypertonie-Leitlinien viel stärker berücksichtigt werden muss. So empfehlen die Leitlinien beispielsweise eine salzarme Ernährung, viel Bewegung und den Verzicht auf Alkohol, jedoch ohne konkrete Angebote zur erfolgreichen Umsetzung.
Literatur: van der Giet M et al. Umsetzung klinischer Leitlinienempfehlungen zu kardiovaskulären Erkrankungen in deutschen Hausarztpraxen – Ergebnisse einer Praxisbefragung. MMW Fortschritte der Medizin 2025, 167 (S 5): 17.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention



