Allgemeinmedizin » Psyche und Nerven

»

Cholesterinsenker: Studie widerlegt Hinweise auf antidepressiven Zusatzeffekt

Cholesterinsenker: Studie widerlegt Hinweise auf antidepressiven Zusatzeffekt

News

Allgemeinmedizin

Psyche und Nerven

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Es gibt Hinweise aus kleineren Studien, wonach Cholesterinsenker auch antidepressiv wirken könnten. Fakt ist, dass Depression und Adipositas oft zusammen auftreten: wer adipös ist, hat ein höheres Risiko für eine Depression und umgekehrt. Häufig sind Cholesterinwerte bei adipösen Patienten erhöht, sodass zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen Statine verabreicht werden. In einer großangelegten kontrollierten Studie gingen Forscher der Charité den Hinweisen auf einen möglichen antidepressiven Zusatzeffekt von Statinen nach. Dazu wurden 161 Patienten mit einer Depression (moderat bis schwer), die auch adipös waren. Alle Teilnehmer erhielten während der zwölfwöchigen Studie ein Antidepressivum. Die Hälfte der Teilnehmer bekam zusätzlich einen Cholesterinsenker, die andere Hälfte ein Scheinmedikament. Der Gedanke dahinter: Wenn sich durch die Statin-Gabe die Entzündungswerte bessern, könnte dies bei manchen Teilnehmern womöglich mit einem antidepressiven Effekt einhergehen. Über die Studiendauer besserte sich die Depression bei allen Patienten deutlich, allerdings gab es keinen Unterschied zwischen Statin- und Placebo-Gruppe, ein antidepressiver Zusatzeffekt durch Statine war demnach nicht nachzuweisen.

Literatur: Otte C et al. JAMA Psy 2025. doi:10.1001/jamapsychiatry.2025.0801

Quelle: Pressemitteilung Charité –Universitätsmedizin Berlin

abb: © rodger ashford – stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Medizinische Fachangestellte fuehrt telefonische Beratung in der Arztpraxis als Symbol fuer das BSG Urteil zur GOP 01435 und das Primaerarztsystem

BSG-Urteil zur GOP 01435: Primärarztsystem in Gefahr?

Fachartikel

Ein BSG-Urteil zur GOP 01435 sorgt für Unruhe: Das Gericht bestätigte einen Regress gegen eine hausärztliche BAG wegen überproportionaler Abrechnung telefonischer/mittelbarer Kontakte. Kritiker sehen darin eine Fehlinterpretation der „Bereitschaftspauschale“ – mit möglichen Folgen für Praxisorganisation, Honorarkürzungen nach Durchschnittswerten und die geplante Primärversorgung samt Primärarztsystem.

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen
© Miroslav Beneda – stock.adobe.com

Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen – Teil 2

Fachartikel

Wie wird Asthma bei Kindern und Jugendlichen wirksam behandelt? Teil 2 der Fachserie rückt die Therapie in den Fokus: individuelle Therapiesteuerung, klare Therapieziele und regelmäßige Asthmakontrolle. Ein Schwerpunkt liegt auf Shared Decision Making mit Familien – denn nur wer die Erkrankung versteht, kann die Langzeittherapie konsequent umsetzen. Ein Ausblick kündigt moderne Optionen und Notfallmanagement in Teil 3 an.

Allgemeinmedizin

Atemwege

Beitrag lesen
Arzt legt beruhigend die Hand auf die Hand eines Patienten als Symbol fuer empathische Fehlerkommunikation im Arzt Patient Gespraech

Fehlerkommunikation mit Patienten: Anders als erwartet

Fachartikel

Wenn Behandlungsergebnisse „anders als erwartet“ ausfallen, entscheidet Kommunikation über Vertrauen – oder Konflikt. Der Beitrag zeigt praxistaugliche Strategien zur professionellen Fehlerkommunikation: transparent, schnell und verständlich, mit Empathie, klarer Verantwortungsübernahme und strukturierten Follow-ups. So lassen sich Patientensicherheit stärken, Beziehungsabbrüche vermeiden und rechtliche Eskalationen reduzieren.

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen