Das endogene Cushing-Syndrom ist eine seltene hormonelle Störung, von der ca. vier von 100.000 Menschen hierzulande betroffen sind. Ursache ist eine dauerhaft erhöhte Produktion des Hormons Cortisol. Die Krankheit entwickelt sich schleichend und geht mit typischen Anzeichen wie starke Gewichtszunahme am Rumpf, Bluthochdruck, Diabetes, Osteoporose oder depressive Verstimmungen einher – Anzeichen, die aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten, so dass das Cushing-Syndrom lange unentdeckt bleibt: durchschnittlich 4 Jahre lang warten Menschen auf die richtige Diagnose (international sind es 2,8 Jahren). Die Patienten konsultieren in dieser Zeit im Schnitt 4,6 verschiedene Ärzte. Die Folgen sind komplizierte Verläufe und ein bis zu dreifach erhöhtes Sterberisiko.
Eine aktuelle Arbeit zur Versorgungslage in der Endokrinologie macht jetzt Ausmaß und Ursachen von Versorgungslücken bei seltenen hormonellen Erkrankungen deutlich. Ein wesentlicher Grund ist die im Vergleich zu anderen europäischen Gesundheitssystemen deutlich geringere Zahl an Fachärzten für Endokrinologie. Um künftig eine bedarfsgerechte Versorgung von Seltenen Erkrankungen zu gewährleisten, fordert die DGE* Investitionen in die Aus- und Weiterbildung von Spezialisten und in neue, sektorenübergreifende Versorgungsformen, die eine bessere Früherkennung ermöglichen.
Literatur: Haberbosch L et al. Gesundheitswesen 2026; 88(02):65-134. DOI: 10.1055/a-2776-2466
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e.V. (DGE)



