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DGVS-Kongress: Pankreas im Fokus

DGVS-Kongress: Pankreas im Fokus

Kongressberichte

Allgemeinmedizin

Magen und Darm

2 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Die Früherkennung des Pankreaskarzinoms ist praktisch unmöglich. Umso bedeutsamer sind neue Biomarker-Ansätze, wie eine Session auf dem Viszeralmedizin-Kongress in Leipzig zeigte.

Thomas Gress aus Marburg machte in seinem Vortrag deutlich, dass sich Metabolit-Signaturen im Blut deutlich spezifischer zeigen als das etablierte CA 19-9. Das könnte künftig dabei helfen, Hochrisikopatienten gezielter abzuklären – etwa bei Pankreasläsionen im CT oder bei neu diagnostiziertem Diabetes mellitus. „Interessant sind auch epidemiologische Daten“, so Gress. „Die langfristige Einnahme von Aspirin senkte in einer großen Kohorte mit neu aufgetretenem Typ-2-Diabetes das Risiko für Pankreaskarzinome um über 40 %.“

Pankreaszysten

Ein weiteres großes Feld sind Pankreaszysten, die mit zunehmendem Alter häufig auftreten. Aktuelle Leitlinien wie die Kyoto-Empfehlungen helfen bei der Risikoeinschätzung. „Hochrisikokonstellationen erfordern eine chirurgische Abklärung, während besorgniserregende Merkmale eine engmaschige Kontrolle nach sich ziehen“, betonte der Marburger Experte. Für die vielen kleinen Zysten ohne Auffälligkeiten zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: „Nach fünf Jahren unveränderter Bildgebung kann die Überwachung beendet werden, da das Krebsrisiko nicht höher ist als in der Normalbevölkerung. Besonders bei älteren und multimorbiden Patienten gewinnen Alter und Begleiterkrankungen an Gewicht bei der Entscheidung, ob überhaupt noch Kontrollen sinnvoll sind.“

Pankreatitiden

Bei der akuten und chronischen Pankreatitis wurden neue medikamentöse Ansätze vorgestellt. Für Patienten mit familiärem Chylomikronämie-Syndrom und rezidivierenden Pankreatitiden bieten RNA-basierte Therapien wie Oligonukleotide gegen ApoC3 Hoffnung auf weniger Anfälle bei guter Verträglichkeit. Daneben bleibt die Post-ERCP-Pankreatitis ein relevantes Problem. Auch aktuelle Studien bestätigen, dass rektale NSAIDs wie Diclofenac oder Indomethacin am wirksamsten in der Prophylaxe sind – gleichwertig, aber nicht ersetzbar durch alleinige Stenteinlage.

Text: Sonja Buske

Quelle: Viszeralmedizin 2025, Power Lessons Gastroenterologie (online), Pankreas

Abb.: © Art Spiral – stock.adobe.com

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