Harninkontinenz (UI) bei Frauen ist häufig, aber – obwohl gut behandelbar – immer noch unterdiagnostiziert. US-Forscher entwickelten jetzt mit dem automatisierten UI-Screening einen neuen Ansatz, die Diagnoserate zu erhöhen. Für ihre Studie wurden die Daten von 72.009 Frauen (Alter 38 bis 67 Jahre) aus 43 regionalen Hausarztpraxen ausgewertet, die vor bzw. nach dem Start des automatisierten UI-Screenings (01/2023 bis 01/2024) jährlich bei ihrem Hausarzt vorstellig wurden. Das Screening beinhaltete einen Online-Fragebogen mit einem Schulungsangebot. Frauen, die auf die Frage nach störenden Harnverlust und dem Wunsch nach mehr Informationen mit „Ja“ antworteten (6.578 Frauen = 9,1%), erhielten eine Online-Schulung über UI und deren Behandlungsmöglichkeiten. Die Auswertung der Fragebögen wurde mit der Anzahl der Diagnosen und Überweisungen zur Physiotherapie (z.B. Beckenbodentraining) bzw. zum Spezialisten sowie mit der Zahl der Medikamenten-Verordnungen abgeglichen.
Ergebnis:Die Diagnoserate stieg mit Programmstart deutlich an, ebenso die Anzahl der Überweisungen zur Beckenbodenphysiotherapie. Den Autoren zufolge ist das automatisierte Screening eine praktikable und effektive Methode, um bei den Frauen die Hemmschwelle zu senken und dadurch die Diagnoserate zu erhöhen.
Quelle: Collins SA et al. JAMA Intern Med 2026: e257826. doi: 10.1001/jamainternmed.2025.7826.



