Allgemeinmedizin » Herz und Kreislauf

»

Herzinfarkt trotz Medikamente: Überaktive Blutplättchen – Ursache, aber auch Schlüssel für neue Therapien

Herzinfarkt trotz Medikamente: Überaktive Blutplättchen – Ursache, aber auch Schlüssel für neue Therapien

News

Allgemeinmedizin

Herz und Kreislauf

1 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Trotz moderner Medikamente erleiden viele Menschen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) weiterhin Herzinfarkte. Ein Augsburger Forscherteam hat jetzt gemeinsam mit Kollegen aus München und Mailand eine mögliche Erklärung dafür gefunden. Dazu analysierten sie das Blut von über 90 KHK-Patienten. Im Fokus stand eine besonders aktive Untergruppe von Blutplättchen: sog. „retikulierte Blutplättchen“, das sind besonders junge, RNA-reiche und reaktive Thrombozyten. Laut Studienleiter Prof. Bongiovanni spielen sie eine zentrale Rolle beim Entstehen von Blutgerinnseln bei KHK-Patienten, da sie auch unter optimaler Therapie noch überaktiv bleiben. Das kommt daher, dass diese jungen Blutplättchen über besonders viele aktivierende Signalwege verfügen, die sie empfindlicher und reaktionsfreudiger machen als reife Thrombozyten. Die Forscher fanden aber auch Signalwege, über die sich die Aktivität solcher Blutzellen gezielt bremsen lässt, insbesondere 2 Zielstrukturen namens GPVI und PI3K. Erste Laborexperimente bestätigten, dass die Hemmung dieser Signalwege die Überaktivität der Blutplättchen reduzieren kann. Dies kann den Autoren zufolge neue Wege für maßgeschneiderte Therapien eröffnen.

Literatur: Kirmes K et al. European Heart Journal 2025; ehaf694. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaf694

Quelle: Pressemitteilung Universitätsmedizin Augsburg

Bildquelle: motortion– stock.adobe.com

Weitere Beiträge zu diesem Thema

Medizinische Fachangestellte fuehrt telefonische Beratung in der Arztpraxis als Symbol fuer das BSG Urteil zur GOP 01435 und das Primaerarztsystem

BSG-Urteil zur GOP 01435: Primärarztsystem in Gefahr?

Fachartikel

Ein BSG-Urteil zur GOP 01435 sorgt für Unruhe: Das Gericht bestätigte einen Regress gegen eine hausärztliche BAG wegen überproportionaler Abrechnung telefonischer/mittelbarer Kontakte. Kritiker sehen darin eine Fehlinterpretation der „Bereitschaftspauschale“ – mit möglichen Folgen für Praxisorganisation, Honorarkürzungen nach Durchschnittswerten und die geplante Primärversorgung samt Primärarztsystem.

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen
© Miroslav Beneda – stock.adobe.com

Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen – Teil 2

Fachartikel

Wie wird Asthma bei Kindern und Jugendlichen wirksam behandelt? Teil 2 der Fachserie rückt die Therapie in den Fokus: individuelle Therapiesteuerung, klare Therapieziele und regelmäßige Asthmakontrolle. Ein Schwerpunkt liegt auf Shared Decision Making mit Familien – denn nur wer die Erkrankung versteht, kann die Langzeittherapie konsequent umsetzen. Ein Ausblick kündigt moderne Optionen und Notfallmanagement in Teil 3 an.

Allgemeinmedizin

Atemwege

Beitrag lesen
Arzt legt beruhigend die Hand auf die Hand eines Patienten als Symbol fuer empathische Fehlerkommunikation im Arzt Patient Gespraech

Fehlerkommunikation mit Patienten: Anders als erwartet

Fachartikel

Wenn Behandlungsergebnisse „anders als erwartet“ ausfallen, entscheidet Kommunikation über Vertrauen – oder Konflikt. Der Beitrag zeigt praxistaugliche Strategien zur professionellen Fehlerkommunikation: transparent, schnell und verständlich, mit Empathie, klarer Verantwortungsübernahme und strukturierten Follow-ups. So lassen sich Patientensicherheit stärken, Beziehungsabbrüche vermeiden und rechtliche Eskalationen reduzieren.

Allgemeinmedizin

Sonstiges

Beitrag lesen