Viele Erwachsene im Alter 60 plus nehmen das Schilddrüsenhormon Levothyroxin – in der Regel lebenslang. Inwieweit eine langfristige Fortsetzung immer notwendig ist, haben jetzt niederländische Forscher untersucht. Über schrittweise Dosisreduktion ermittelten sie, wie hoch der Anteil der älteren Erwachsenen ist, die ihre Levothyroxin-Behandlung erfolgreich absetzen können. An der prospektiven Studie nahmen insgesamt 370 Erwachsene ab 60 Jahren aus 58 niederländischen Hausarztpraxen teil. Einschlusskriterium: Sie mussten bereits mindestens ein Jahr lang Levothyroxin in einer stabilen Dosierung (≤150 μg/d) einnehmen und einen TSH-Spiegel von weniger als 10 mIU/L haben. Danach setzten 95 Personen (= 26%) Levothyroxin ab, während sie einen TSH von weniger als 10 mIU/L und einen freien Thyroxinspiegel innerhalb des Referenzbereichs beibehielten. Auch ein Jahr nach Absetzen konnten sie eine ausreichende Schilddrüsenfunktion aufrechterhalten. Von den 88 Teilnehmern, die eine Dosis von 50 μg/Tag oder weniger von Levothyroxin einnahmen, setzten 56 (= 63,6%) die Behandlung erfolgreich ab.
Aufgrund der Ergebnisse empfehlen die Wissenschaftlerbei Erwachsenen 60 plus, insbesondere bei denen, die eine Dosis von 50 μg/d oder niedriger einnehmen, die Notwendigkeit zur Fortsetzung der Behandlung zu überprüfen.
Quelle: Ravensberg J et al. JAMA 2026. Published online. doi:10.1001/jama.2026.2864



