Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, können offenbar die Zahl der Lipidtröpfchen in der Zelle beeinflussen. Dabei spielt ein Mechanismus eine zentrale Rolle, der eigentlich für einen ganz anderen Zweck gedacht ist. Das konnten Bonner und Freiburger Forscher mit ihrer Untersuchung an der Bäckerhefe zeigen.
Bei Einzellern wie der Bäckerhefe herrscht ein klares Arbeitsprinzip im Zellverbund. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Mitochondrien: Sie versorgen die Zelle mit Energie, und zwar über ein Membransystem aus Außen- und Innenmembran, in das verschiedene Proteine verankert sind, die entweder Aufgaben bei der Energiegewinnung übernehmen oder als „Schleuse“ für bestimmte Moleküle in das Mitochondrium fungieren. Der Einbau dieser Proteine erfolgt über den MIM-Komplex, der selbst in der Außenmembran sitzt. Dieser hat offenbar noch eine weitere Aufgabe: Er kann die Anzahl der Lipidtröpfchen, der zelluläre Speicherort für Fette, beeinflussen. Dabei spielt das Enzym Ayr1 eine Schlüsselrolle, das – angebunden an den MIM-Komplex – mit den in der Zelle vorhandenen Lipidtröpfchen interagiert. Durch seine Bindung an den MIM-Komplex verstärkt Ayr1 so die Anlagerung von Lipidtröpfchen an die Außenmembran der Mitochondrien und moduliert auf diese Art den zellulären Lipidstoffwechsel.
Literatur: Heinen S et al. Nat Cell Biol 2026.https://doi.org/10.1038/s41556-026-01890-3
Quelle: Pressemitteilung Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn



