Mit der Einführung moderner Medikamente in den letzten Jahren haben sich die Überlebenschancen von Patienten mit Multiplem Myelom (MM) deutlich verbessert. Komorbiditäten sind jedoch nach wie vor eine Herausforderung. Insbesondere die häufigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten als kritisch: Die überwiegend älteren MM-Patienten haben ein 1,84-mal höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Sterblichkeit. Bereits verordnete Herz-Kreislauf-Medikamente könnten zudem die Wirksamkeit der MM-Krebstherapie vermindern. Dazu haben jetzt Forscher der Universität Schardscha (VAE) Daten aus 3 Phase-III-Studien (CASTOR, MAIA und POLLUX) mit insgesamt 1.804 Patienten ausgewertet. Sie konzentrierten sich dabei auf Patienten, die bereits vor der Krebstherapie ACE-Hemmer/Sartane (31%), Betablocker (23%), Statine (21%), Kalziumkanalblocker (17%) und Diuretika (16%) erhielten.
Ergebnis: die Herz-Kreislauf-Medikamente haben den Erfolg der Krebstherapie nicht gefährdet. Der Einsatz von ACE-Hemmern/Sartanen war im Gegenteil mit einem verlängerten rezidiv-freien Überleben assoziiert, allerdings verbunden mit einem Anstieg von Nebenwirkungen (Grad ≥ 3). Diuretika waren ebenfalls mit Nebenwirkungen (Grad 3) assoziiert. Die anderen Medikamente zeigten keine signifikanten Zusammenhänge mit den MM-Behandlungsergebnissen.
Quelle: Abuhelwa AY et al. Sci Rep 2026, 16: 7683. https://doi.org/10.1038/s41598-026-37464-4



