In den USA leiden 180,3 Millionen von insgesamt 332,7 Millionen Menschen, d.h. mehr als 50% an neurologischen Erkrankungen. In Deutschland sind dagegen neurologische Krankheiten, gemessen an den Gesundheitsausgaben, nicht unter den Top 5 zu finden. Wie kann das sein? „Grund ist eine historisch gewachsene Fehlzuordnung neurologischer Krankheiten zu anderen Bereichen“, erklärt Prof. Dr. Peter Berlit, DGN-Generalsekretär. Demnach werden verschiedene neurologische Erkrankungen mit hohen Fallzahlen in der ICD-10 nicht als solche geführt und kodiert. Zwei Beispiele: Schlaganfall wird im Sinne einer zerebrovaskulären Erkrankung (ICD10-I60-I69) als Krankheit des Kreislaufsystems klassifiziert, Demenzerkrankungen sind dem Bereich „Psychische und Verhaltensstörungen“ zugeordnet. Die neurologische Diagnose Alzheimer (ICD10-G30) wird kaum kodiert. Demenzen (ICD10-F00-F03) sind mit Krankheitskosten von 21,5 Mrd. ausgewiesen, Alzheimer dagegen nur mit 1,49 Mrd., obwohl die Alzheimer-Krankheit etwa 75% aller Demenzdiagnosen verursacht.
Addiert man zu den neurologischen „ICD10-G-Diagnosen“ auch Schlaganfälle und Demenzerkrankungen, ergeben sich 2023 in Deutschland Gesamtkosten für neurologische Erkrankungen von 64,86 Mrd. Euro – die höchste Krankheitslast, noch vor psychischen, kardiologischen und onkologischen Erkrankungen.
Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Neurologie



