Adipositas ist häufig mit Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herzerkrankungen assoziiert. Ob und in welcher Schwere, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Doch für passgenaue Therapieentscheidungen muss das Krankheitsrisiko genau bestimmt werden. Der BMI alleine bildet das Risiko von Adipositas-bedingten Komplikationen nur unvollständig ab. Viele Menschen mit hohem Krankheitsrisiko könnten daher übersehen werden. Forscher des BIH* und der Londoner Universität haben jetzt genau dafür ein Vorhersagemodell entwickelt. Das Modell OBSCORE basiert auf nur 20 allgemeinen Gesundheitsfragen und einfachen Bluttests. Sie verwendeten dazu Daten von rund 200.000 Menschen mit Adipositas oder Übergewicht aus der UK Biobank. Mithilfe von KI werteten die Forscher mehr als 2.000 allgemeine, lebensstilbezogene, klinische, Blutuntersuchungs-, Körpermessungs-, molekulare sowie sonstige Gesundheitsindikatoren aus. Das daraus entwickelte und in unabhängigen Studien validierte Modell OBSCORE sagt das Risiko für die Entwicklung von 18 mit Adipositas verbundenen Erkrankungen voraus. Darüber konnten die Wissenschaftler eine kleine Gruppe von Faktoren identifizieren, die in ihrer Gesamtheit dazu beitragen können, Personen mit dem höchsten Risiko früher zu erkennen.
Literatur: Demircan K et al. Nature Medicine. https://doi.org/10.1038/s41591-026-04353-2
Quelle: Pressemitteilung *Berlin Institute of Health @Charité (BIH)



