Millionen Menschen in Deutschland leben mit erhöhten Blutglukosewerten, ohne es zu wissen. Sie gelten als „prädiabetisch“ – ein Frühstadium, dessen Therapieziel bisher nicht klar definiert ist. In der Regel erhalten sie die Empfehlung zur Gewichtsreduktion, mehr Bewegung und gesünderer Ernährung, um Fitness, Wohlbefinden und verschiedene Risikofaktoren zu verbessern. Doch kann dadurch auch das Herz langfristig geschützt werden? Die Analyse zweier großer Diabetespräventionsstudien hat jetzt darauf eine Antwort: Langzeitdaten von mehr als 2.400 Menschen mit Prädiabetes belegen, dass die Senkung der Blutglukosewerte durch Lebensstiländerung wie gesunde Ernährung und Bewegung in den Normalbereich, d.h. Remission des Prädiabetes, ihr Risiko für Herzinfarkt, Herzschwäche und frühen Tod halbiert.Ein nüchterner Blutglukosewert von ≤ 97 mg/dl erwies sich als einfacher Marker für ein dauerhaft geringeres Herzrisiko – unabhängig von Alter, Gewicht oder ethnischer Herkunft.
Damit könnte die Herz-Kreislauf-Prävention, die sich bislang auf Blutdruckkontrolle, Senkung des LDL-Cholesterins und Rauchstopp stützt, künftig um einen 4. Eckpfeiler ergänzt werden: die nachhaltige Normalisierung der Blutglukose bei Prädiabetes.
Literatur: Vazquez Arreola E et al. The Lancet Diabetes Endocrinol 2026, 14 (2): 137-148. https://doi.org/10.1016/ S2213-8587(25)00295-5
Quelle: Pressemitteilung Deutsches Zentrum für Diabetesforschung DZD



