Das Pankreas-duktale Adenokarzinom (PDA) gehört zu den tödlichsten Malignitäten, weil es fast immer zu spät diagnostiziert wird. Die Früherkennung wäre demnach der wirkungsvollste Ansatz zur Verbesserung der Gesamtüberlebensrate. Im frühen, noch kurativ behandelbaren Stadium lassen sich jedoch mit den bisherigen bildgebenden Diagnoseverfahren keine Veränderungen erkennen. Diese diagnostische Lücke könnte jetzt mit dem von US-Forschern entwickelten KI-System REDMOD (Radiomics-basierte Early Detection MODel) geschlossen werden. Mit diesem computergestützten, medizinischen Verfahren ist die Analyse großer Mengen quantitativer Daten aus routinemäßigen Bildgebungsdaten sehr viel genauer möglich: So können verborgene biologische Gewebeeigenschaften sichtbar gemacht werden, die mit dem menschlichen Auge nicht erkennbar sind. Validiert wurde das Tool in einer Testkohorte mit 493 Patienten. Dabei identifizierte das System mit einer Sensitivität von 73% subvisuelle Signaturen präklinischer PDA im Mittel 475 Tagen vor der klinischen Diagnose. Dies bedeutete eine fast doppelt so hohe Sensibilität wie bei Radiologen (38,9%). Bei mehr als 24 Monaten vor der klinischen Diagnose war der Unterschied noch deutlicher: Während REDMOD noch 68% der Fälle erkannte, waren es bei den Radiologen nur noch 23%.
Quelle: Mukherjee S et al. Gut 2026; Published online first doi: 10.1136/gutjnl-2025-337266



