Die Zahl der Bakterien, die gegen gängige Antibiotika resistent sind, steigt weltweit. Zur Bekämpfung multiresistenter Keime ist ein umsichtiger und gezielter Einsatz von Reserveantibiotika erforderlich. Umsichtig, um einerseits dem Patienten bestmögliche Heilungschancen zu bieten, andererseits aber auch die Reserveantibiotika sinnvoll und ressourcenschonend einzusetzen. Die S3-Leitlinie zur „Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien“ soll bei der gezielten Behandlung mit Reserveantibiotika unterstützen. Die Leitlinie richtet sich primär an Klinikärzte, die auf Intensivstationen schwerstkranke Patienten behandeln. Sie gibt Hinweise darauf, welche Erreger für welchen Wirkstoff empfänglich sind und wie sich das anhand von mikrobiologischen Tests vorhersagen lässt. Und das Erregerspektrum ist groß: Allein die Gruppe der multiresistenten gram-negativen Erreger umfasst rund 100 verschiedene Bakterien mit etwa 10.000 unterschiedlichen Resistenzmechanismen. Hinzu kommen andere Bakterienarten mit den ihnen eigenen Resistenzen. Demgegenüber stehen neue oder kombinierte Wirkstoffe, die teils ein enges Wirkspektrum haben und nur für sehr spezifische Einsatzbereiche geeignet sind.
Weitere Informationen zur S3-Leitlinie Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien unter: AWMF Leitlinienregister

Quelle: Presseinformation Ruhr-Universität Bochum RUB



