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Rheumatoide Arthritis: Frühdiagnose und Therapiestart in der Hausarztpraxis

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Rheumatoide Arthritis: Frühdiagnose und Therapiestart in der Hausarztpraxis

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mgo medizin Redaktion

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3 MIN

Erschienen in: Der Allgemeinarzt

Die Wartezeiten auf einen Termin beim Rheumatologen betragen oft viele Monate – in manchen Regionen bis zu neun Monate oder länger. Doch bei entzündlichen Gelenkerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis zählt jede Woche: Ohne rechtzeitige Behandlung drohen irreversible Gelenkschäden. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass etwa jede zweite Patientin und jeder zweite Patient mit Rheuma im ersten Jahr der Erkrankung keine Basistherapie erhält – eine dramatische Unterversorgung mit schwerwiegenden Folgen.

Lange Zeit galt die Diagnose und Behandlung der rheumatoiden Arthritis als Domäne der Rheumatologie. Dieses Bild hat sich grundlegend gewandelt.

Die aktuelle Versorgungsrealität zeigt: Hausärztinnen und Hausärzte sind nicht nur die ersten Ansprechpartner – sie sind häufig die einzige Chance auf eine rechtzeitige Therapie. Bereits heute verordnen Hausärzte fast 40 % aller Basistherapeutika. Und das aus gutem Grund: Die in Deutschland niedergelassenen Rheumatologen würden es gar nicht schaffen, alle Rheuma-Patienten zu versorgen.

Irreversible Gelenkschäden nach Monaten ohne Therapie

Was viele nicht wissen: Nach Monaten ohne Behandlung sind viele entzündete Gelenke bereits destruiert. Die Gelenkzerstörung beginnt früh und schreitet ohne Therapie unaufhaltsam fort. Hinzu kommt: Mit den ACR-EULAR-Kriterien steht ein validiertes Diagnoseinstrument zur Verfügung, das die Diagnose bereits vor dem Auftreten radiologischer Veränderungen ermöglicht – genau dann, wenn eine Therapie noch irreversible Schäden verhindern kann.

Diese Fakten verdeutlichen, warum die rheumatoide Arthritis nicht länger auf die fachärztliche Versorgung warten darf, sondern eine konsequente hausärztliche Erstversorgung erfordert – von der Diagnosestellung mit den ACR-EULAR-Kriterien über den Therapiestart mit MTX und Prednisolon bis zur Verlaufskontrolle mit dem Disease Activity Score.

Diagnose ohne Röntgen – die ACR-EULAR-Kriterien machen es möglich

Auch in der Diagnostik hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Die alten ARA-Kriterien, die radiologische Veränderungen beinhalteten, wurden durch die ACR-EULAR-Kriterien ersetzt. Diese ermöglichen eine Frühdiagnose, bevor es zu Gelenkdestruktionen kommt.

Besonders spannend: Bei 10 oder mehr schmerzhaft geschwollenen Gelenken können Sie die Diagnose rheumatoide Arthritis stellen – noch bevor Sie irgendeine Laboruntersuchung veranlasst haben. Ein diagnostisches Update, das die hausärztliche Praxis nachhaltig verändern sollte.

MTX-Therapie – nicht toxischer als NSAR oder orale Antikoagulanzien

Methotrexat (MTX) ist das Basistherapeutikum der ersten Wahl bei rheumatoider Arthritis. Viele Hausärzte scheuen jedoch den Therapiestart. Dabei ist die Dosierung bei der Rheumabehandlung erheblich niedriger als in der Onkologie, und schwere Nebenwirkungen treten seltener auf als unter NSAR und Prednisolon. Mit NSAR oder oralen Antikoagulanzien setzen Sie Medikamente ein, die nicht weniger toxisch sind als MTX.

Was erwartet Sie im Fortbildungsbeitrag?

Dr. med. Günther Egidi, erfahrener Hausarzt mit 25 Jahren Praxiserfahrung, gibt in diesem Fortbildungsbeitrag einen fundierten und praxisnahen Leitfaden für den Umgang mit Gelenkschwellungen in der hausärztlichen Praxis. Sie erfahren:

  • Wie Sie mit den ACR-EULAR-Kriterien die Diagnose rheumatoide Arthritis sicher stellen können
  • Welche Laborwerte wirklich notwendig sind und auf welche Sie verzichten können
  • Wie Sie eine Basistherapie mit MTX sicher einleiten und überwachen
  • Wie Sie Prednisolon richtig dosieren und innerhalb von drei Monaten wieder ausschleichen
  • Wann Sie den Disease Activity Score (DAS) einsetzen und wann ein Händedruck genügt
  • Wann eine Überweisung zur Rheumatologie notwendig ist und wann nicht

Dieser Beitrag liefert das notwendige Rüstzeug, um rheumatoide Arthritis frühzeitig zu erkennen und zu behandeln – und Ihren Patientinnen und Patienten irreversible Gelenkschäden zu ersparen.

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