Hirnforscher gingen lange davon aus, dass sich Nervenzellen im Gehirn nicht erneuern können. Jetzt haben US-Forscher in einigen Hirnregionen, insbesondere im Hippocampus, neuronale Stammzellen entdeckt, aus denen sich neue Neuronen entwickeln können. Zur Identifizierung von Zellen mit stammzellspezifischen Eigenschaften analysierten sie an postmortalen Hirnzellen von jungen Erwachsenen mit intaktem Gedächtnis die genetische und epigenetische Ebene mittels Einzelzell-RNA-Sequenzierung und Einzelzell-ATAC-Sequenzierung. Auf dieser Grundlage folgten weitere Analysen an postmortalen Hirnzellen aus verschiedenen Kohorten: ältere Erwachsene ohne kognitive Beeinträchtigungen, Erwachsene über 80 Jahre mit außergewöhnlicher Gedächtniskapazität (Super-Ager), Erwachsene mit präklinischem Alzheimer oder Erwachsene mit Demenz.
Ergebnis: Epigenetische Dysregulation war bereits in der präklinischen Alzheimer‑Phase zu finden. Im manifesten Alzheimer zeigten sich starke Reduktionen unreifer Neurone und Neuroblasten sowie ausgeprägte Störungen neurogener Netzwerke. Super-Ager wiesen dagegen im Hippocampus eine erhöhte Zahl an Stammzellen und eine charakteristische Resilienz‑Signatur auf, geprägt durch spezifische, überwiegend günstige Muster offener Chromatinregionen und regulatorischer Netzwerke.
Quelle: Disouky A.et al. Nature 2026. https://doi.org/10.1038/s41586-026-10169-4



