Die Thymusdrüse ist als zentrales lymphatisches Organ des Immunsystems für die Reifung von T-Lymphozyten zuständig. Lange ging man davon aus, dass die Thymusdrüse im Erwachsenenalter an Bedeutung verliert, da sie sich im Laufe des Lebens zurückbildet bzw. verfettet. Gleich zwei neue internationale Langzeitstudien unter Beteiligung der Universitätsmedizin Frankfurt widersprechen dieser Annahme: Wer eine gesunde Thymusdrüse hat, lebt länger und wird seltener krank. Außerdem sind Immuntherapien bei Patienten mit gesundem Thymus häufiger erfolgreich.
Die Forscher sehen damit die Thymusdrüse als Schlüsselorgan für gesundes Altern.
Anhand routinemäßig erhobener CT-Bilddaten zweier großer Studien haben sie die Thymusgesundheit analysiert und konnten auf dieser Grundlage individuelle Krankheitsrisiken deutlich früher erkennen, lange bevor klinische Symptome auftreten. In der Bildgebung lässt sich die Thymusgesundheit über den Grad der Verfettung beurteilen. Weniger Verfettung spricht dabei tendenziell für eine bessere Immunfunktion. Mit ihr lässt sich aber auch, quasi als eigenständiger Biomarker, der Erfolg moderner Immuntherapien bei Krebs vorhersagen. Gleichzeitig konnten die Forscher zeigen, dass eine gute Thymusfunktion mit einer höheren Vielfalt von T-Zell-Rezeptoren und einer insgesamt stärkeren Immunantwort verbunden ist.
Literatur:
1. Bernatz S et al. Thymic health consequences in adults. Nature 2026. https://doi.org/10.1038/s41586-026-10242-y
2. Bernatz S et al. Thymic health and immunotherapy outcomes in patients with cancer. Nature 2026. https://www.nature.com/articles/s41586-026-10243-x
Quelle: Pressemeldung Goethe Universität Frankfurt



