Bei Patienten mit hohem Blutverlust sind Plasmatransfusionen essenziell. Die Transfusionen müssen jedoch zur Blutgruppe der Patienten passen. Für die Notfallversorgung sind Krankenhäuser daher verpflichtet, Plasmakonserven aller Blutgruppen vorzuhalten. Versorgungsengpässe sind da vorprogrammiert.Ein Greifswalder Forschungsteam hat jetzt ein universell einsetzbares Blutplasma für alle Blutgruppen entwickelt. Dadurch könnten künftig Engpässe vermieden werden – ein großer Vorteil in der Notfallversorgung. Das Verfahren wurde vom Paul-Ehrlich-Institut zugelassen. Bisher gab es weltweit nur ein weiteres Verfahren dieser Art. Die Greifswalder Variante ist allerdings schneller und günstiger.
Der Grundgedanke bei der Entwicklung: Im Plasma der Blutgruppen A, B und 0 sind verschiedene Antikörper enthalten, die nicht mit den Blutzellen des Plasma-Empfängers einer anderen Blutgruppe kompatibel sind. Ausnahme ist das Plasma der Blutgruppe AB: Es verfügt über keine eigenen Antikörper, ist daher universell, aber sehr selten. Um das Blutplasma universell einsetzbar zu machen, müssen demnach die Antikörper entfernt werden. In dem neuen Verfahren geschieht das, indem die Antikörper an wenige rote Blutzellen binden können, die dann zusammen mit den Antikörpern aus dem Plasma entfernt werden.
Quelle: Medieninformation Universitätsmedizin Greifswald



