Warum geraten die Herzmuskelzellen bei Vorhofflimmern aus dem Takt? Eine gemeinsame Studie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Universitätsklinikums Würzburg liefert jetzt neue Erkenntnisse. Die Forscher fanden Hinweise, dass eine gestörte Calcium-(Ca)-Kommunikation zwischen zentralen Zellstrukturen des Herzmuskels – Mitochondrien und sarkoplasmatisches Retikulum (SR) – eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Rhythmusstörung spielt.
Im Normalfall sind Mitochondrien und SR in der Herzmuskelzelle miteinander gekoppelt. Das SR speichert Ca und setzt es bei jedem Herzschlag frei, wodurch sich der Herzmuskel zusammenzieht. Die Mitochondrien nutzen dieses Ca-Signal, um Energie zu erzeugen, insbesondere dann, wenn das Herz unter Belastung steht. Bei Vorhofflimmern ist diese Kopplung sehr wahrscheinlich gestört: Die mitochondriale Ca-Aufnahme ist vermindert, die Regeneration wichtiger Energieträger eingeschränkt. Zudem geht die räumliche Nähe zwischen SR und Mitochondrien in erkrankten Zellen verloren und damit gerät die Energieversorgung des Herzmuskels aus dem Gleichgewicht.
Allerdings konnte der Studie zufolge ein Cholesterinsenker die Ca-Aufnahme der Mitochondrien in Herzmuskelzellen teilweise wieder normalisieren.
Literatur: Pronto JRD et al. Circulation Research 2025; 137(11):149. DOI: https://doi.org/10.1161/CIRCRESAHA.124.325658
Quelle Presseinformation Universitätsmedizin Göttingen (UMG)



