Laut einer aktuellen Studie weisen Acne vulgaris und Schizophrenie eine gemeinsame genetische Architektur auf. Die Untersuchung von GWAS-Daten von über 600.000 Individuen deutet darauf hin, dass die genetische Haftung für Schizophrenie das Risiko und die Schwere von Akne beeinflussen könnte.
Ziel der Forschenden war es, mithilfe großangelegter genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) kausale Effekte und geteilte Risikofaktoren zwischen Akne und zehn psychiatrischen Störungen zu identifizieren. Hierzu wurden Methoden wie die LD-Score-Regression sowie die Mendelsche Randomisierung (MR) angewandt. Zentrale Ergebnisse zeigen signifikante positive genetische Korrelationen von Akne mit Schizophrenie, Bipolarer Störung und Depression. Den Autoren zufolge lieferte jedoch nur die Schizophrenie Hinweise auf einen kausalen Effekt: Eine erhöhte genetische Liability für Schizophrenie war mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Akne assoziiert. Zudem korrelierte ein höherer Polygenic Risk Score für Schizophrenie in einer unabhängigen Kohorte mit einem gesteigerten Akne-Schweregrad. Als potenzielle biologische Mediatoren wurden Prozesse wie die glutamaterge Signalübertragung sowie das Gen RERE identifiziert, welches die Retinsäure-Signalisierung reguliert. Einschränkend weisen die Autoren darauf hin, dass die Ergebnisse auf Populationen europäischer Abstammung begrenzt sind und horizontale Pleiotropie nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Weitere Forschung sei notwendig, um die komplexen indirekten Interaktionen, etwa über Entzündungsprozesse oder hormonelle Dysregulationen, zu validieren.
(sma)
Quelle: Mitchell, B. L. et al (2026). European Journal of Human Genetics, 34, 565–573.



