Die NeoBCC-Studie (Phase-II) untersucht, ob eine neoadjuvante Therapie mit Talimogen-Laherparepvec (T-VEC) die chirurgische Belastung für die betroffenen Patientinnen und Patienten reduzieren und helfen kann, komplexe Rekonstruktionen zu vermeiden.
Im Rahmen der Studie wurde das Virus Talimogene Laherparepvec (TVEC) eingesetzt, das bisher nur für die Behandlung von oberflächlichen Melanommetastasen zugelassen ist. TVEC ist ein genetisch modifiziertes Herpes-simplex-Virus, das Tumorzellen gezielt zerstört und gleichzeitig das Immunsystem aktiviert. Ziel der Studie war es, den Tumor vor einer geplanten Operation so weit zu verkleinern, dass Patientinnen und Patienten nach dem Eingriff möglichst nicht unter funktionellen oder kosmetischen Einschränkungen zu leiden haben. In die Studie wurden 18 Probanden eingeschlossen, die aufgrund der Größe und Lokalisation ihres Basalioms eine Lappenplastik oder ein Hauttransplantat benötigt hätten.
Ergebnisse:
- Primärer Endpunkt: Bei 50 % der Patienten konnte nach sechs Zyklen T-VEC ein primärer Wundverschluss ohne Lappenplastik erreicht werden.
- Ansprechrate: Die objektive Ansprechrate lag bei 55,6 % (33,3 % pathologische Komplettremissionen).
- Sicherheit: Exzellente Verträglichkeit; lediglich milde Nebenwirkungen (Grad 1–2).
- Immunologie: Signifikante Zunahme zytotoxischer T-Zellen im Tumorgewebe.
Für niedergelassene Dermatologen könnte sich hieraus eine wertvolle Alternative für Patientinnen und Patienten mit Hochrisiko-Tumoren in funktionell sensiblen Arealen (z. B. Periorbitalregion) ergeben. Ein solches Verfahren ermögliche perspektivisch, die Invasivität geplanter Eingriffe massiv zu senken, das kosmetische Outcome zu verbessern und Betroffenen eine immunonkologische Option vor der definitiven Chirurgie anzubieten.
Redaktion (sma)
Quelle: Ressler, J. M., et al. (2025). Efficacy and tolerability of neoadjuvant therapy with Talimogene laherparepvec in cutaneous basal cell carcinoma: a phase II trial (NeoBCC trial). Nature Cancer, 6(1), 51–66.



